Niedersachsen auf dem letzten Platz:GRÜNE fordern Konzept für integrative Beschulung
In Niedersachsen werden nur 4,7 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf integrativ beschult, alle anderen Förderschulen besuchen. Damit steht das Land im Bundesvergleich an letzter Stelle.
In Niedersachsen werden nur 4,7 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf integrativ beschult, alle anderen Förderschulen besuchen. Damit steht das Land im Bundesvergleich an letzter Stelle. "Das ist 15 Jahre nach Verankerung des Vorrangs der integrativen Beschulung im Niedersächsischen Schulgesetz beschämend wenig", sagte die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter am Donnerstag in Hannover." Bundesländer wie Bremen, Berlin oder Schleswig-Holstein würden ausweislich des Bildungsberichts 2008 der Kultusministerkonferenz Quoten von einem Drittel und mehr erreichen.
Auch der Wechsel von einer Förderschule in das Regelschulsystem gestalte sich in Niedersachsen ausgesprochen schwierig: Lediglich 1,2 Prozent der Förderschüler schaffen es, im Laufe ihrer Schulzeit auf eine Haupt-, Realschule oder Gymnasium zu wechseln. "Auch hier liegt Niedersachsen im unteren Drittel der 16 Bundesländer", kritisierte Korter.
Die Grünen-Politikerin forderte die Landesregierung auf, ein Konzept zur Umsetzung des schulgesetzlichen Vorrangs der Integration vorzulegen. Das Ziel müsse ein deutlicher Anstieg der Integrationsquote sein.
Korter: "Dazu gehören regionale Integrationskonzepte in allen Landkreisen und kreisfreien Städte und vor allem: mehr Förderstunden statt mehr Förderschulen."
Konsequent sei die schrittweise Abschaffung der Förderschulen für Kinder mit Lernbeeinträchtigung, denn nur wenn die integrative Beschulung der Normalfall ist, könne Niedersachsen den letzten Platz loswerden.