Pressemeldung Nr. 395 vom

Doppelter Abi-Jahrgang und Aussetzung der Wehrpflicht: Verdrängung von Haupt- und Realschülern vom Ausbildungsmarkt verhindern:GRÜNE fordern Landesprogramm zur Schaffung von 10.000 zusätzlichen Ausbildungsplätzen

Mit einem Landesprogramm „Ausbildung statt arbeitslos“ wollen die Landtagsgrünen dem zeitlichen Zusammenfall von doppeltem Abitur-Jahrgang und dem Aussetzen der Wehrpflicht in Niedersachsen begegnen und 10.000 zusätzliche Ausbildungsplätze in den kommenden beiden Jahren schaffen.

Mit einem Landesprogramm "Ausbildung statt arbeitslos" wollen die Landtagsgrünen dem zeitlichen Zusammenfall von doppeltem Abitur-Jahrgang und dem Aussetzen der Wehrpflicht in Niedersachsen begegnen und 10.000 zusätzliche Ausbildungsplätze in den kommenden beiden Jahren vor allem für schwächere Schulabsolventen schaffen. "Bislang versteift sich die Landesregierung auf mehr Studienplätze für AbiturientInnen und ignoriert die Verlierer des  doppelten Abi-Jahrgangs", sagte der arbeitmarktpolitische Sprecher Enno Hagenah heute (Mittwoch) in Hannover. Dabei gehe Niedersachsen "sehenden Auges auf eine Ausbildungskrise für geringer qualifizierte Jugendliche in den Jahren 2011 und 2012" zu.

Im nächsten Jahr werden zusätzlich 25.000 SchulabgängerInnen und rund 15.000 Jugendliche, die sonst Zivil- oder Wehrdienst leisten, nach beruflichen Perspektiven suchen, sagte der Grünen-Politiker. Angesichts dessen sei es zu wenig, wenn die Landesregierung lediglich "auf das Prinzip Hoffnung setzt und es bei Appellen an die Wirtschaft belässt."

Niedersachsen stehe nach Schleswig-Holstein schon heute mit rund 23.000 Jugendlichen in Übergangssystemen an der Spitze der Länder, die ihren Jugendlichen zu wenig berufliche Perspektive zu bieten haben. Erschwerend hinzu komme, dass der Bund und die Landesregierung bisher planen würden, im nächsten Jahr massiv Geld im Bereich Arbeit und Qualifizierung zu streichen.

Mit einem Entschließungsantrag drängen die Grünen im November-Plenum mit einer Reihe von Zusatzangeboten auf eine ausreichende Versorgung aller Jugendlichen in Niedersachsen mit Lehrstellen in den beiden kommenden "Engpassjahren".

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