GRÜNE fordern Landtags-Anhörung zu PISA-E - Landesregierung beschönigt Situation durchVeröffentlichung falscher Zahlen
ur umfassenden Auswertung der Bildungsstudie PISA-E fordern die Landtagsgrünen eine Anhörung der PISA-Macher und anderer Wissenschaftler im Landtag. "Die Schnellschüsse und oberflächlichen Reformen de...
Zur umfassenden Auswertung der Bildungsstudie PISA-E fordern die Landtagsgrünen eine Anhörung der PISA-Macher und anderer Wissenschaftler im Landtag. "Die Schnellschüsse und oberflächlichen Reformen der Landesregierung sind nach PISA und erst recht nach PISA-E nicht zu begründen", sagte die Fraktionsvorsitzende Rebecca Harms am Dienstag in Hannover. Vielmehr ständen nach dem schlechten Abschneiden Niedersachsens grundlegende Veränderungen des Schulsystems zur Diskussion. "Die notwendigen Reformen müssen ideologiefrei diskutiert werden", sagte Harms.
Auf einer Grünen-Veranstaltung zu den Konsequenzen aus der PISA-Studie hatte zuvor die Professorin Hanna Kiper von der Universität Oldenburg die Schulpolitik der niedersächsischen Landesregierung scharf kritisiert. Sie warf der Kultusministerin vor, das schlechte Abschneiden Niedersachsens schön zu reden. So seien im Schulverwaltungsblatt August 2002 zum Thema Lesefähigkeit falsche Zahlen aufgeführt. Tatsächlich befinde sich das Land sowohl im internationalen Vergleich als auch im Vergleich mit den anderen Bundesländern deutlich unter dem Durchschnitt. Kiper warf der Landesregierung vor, in den vergangenen Jahren die Unterrichtsversorgung vernachlässigt zu haben. Auch Professor Rainer Lehmann von der Berliner Humboldt-Universität kritisierte, dass besonders benachteiligte Kinder und Kinder von Migranten in Niedersachsen weniger gefördert würden als in anderen Ländern.
Die Grünen unterstützen die Forderungen der Wissenschaftler, die Lernanreize und Lernansprüche in der Schule zu erhöhen. Ein Schwerpunkt müsse auf einer intensiveren Förderung der benachteiligten Schüler liegen, sagte Harms.