GRÜNE fordern Maßnahmen gegen Männergewalt in der Familie - Männerbüros und Interventionsprojekte landesweit ausbauen
Größere Anstrengungen bei der Bekämpfung von Männergewalt in Familien haben die Landtagsgrünen von der Landesregierung gefordert. Man müsse davon ausgehen, dass in Niedersachsen jährlich bis zu 16.0...
Größere Anstrengungen bei der Bekämpfung von Männergewalt in Familien haben die Landtagsgrünen von der Landesregierung gefordert.
Man müsse davon ausgehen, dass in Niedersachsen jährlich bis zu 16.000 Fälle bei der Polizei aktenkundig würden. Dazu käme eine hohe Dunkelziffer, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brigitte Pothmer am Montag (heute) in Hannover.
In 95 % der Vorfälle in Familien ginge die Gewalt von Männern aus.
Pothmer forderte die landesweite Einrichtung von sogenannten „Interventionsprojekten gegen Männergewalt“ in Niedersachsen, um betroffene Frauen besser zu schützen und zu beraten und die Täter unmittelbar nach einer Gewalttat zur Verantwortung zu ziehen.
Als Vorbild könne das HAnnoversche Interventions Projekt (HAIP) dienen, in dem seit 1997 Polizei, Fraueneinrichtungen, Männerbüros, Staatsanwaltschaft und Justiz erfolgreich zusammenarbeiten.
Pothmer schlägt vor, im Jahr 2001 dem Justiziministerium insgesamt 800.000 DM für die finanzielle Absicherung von Männerbüros und für den Aufbau weiterer Interventionsprojekte und deren landesweiter Koordination zur Verfügung zu stellen. Pothmer: „Wir setzen darauf, dass der designierte Minister Pfeiffer diesen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention unterstützt.“
Männergewalt in Familien dürfe nicht länger als Privatangelegenheit der Betroffenen abgetan werden, sagte die Grünen-Politikerin. Gesellschaft und Politik müssten vielmehr den Tätern signalisieren, dass ihr Verhalten nicht länger toleriert werde.
Rückenwind erwartet Pothmer von dem im kommenden Jahr in Kraft tretenden „Gewaltschutzgesetz“, dessen Kern die so genannte Wohnungswegweisung ist. Darin wird bestimmt, dass nach dem Motto „Täter raus aus der Wohnung“ dem Opfer von Familiengewalt die alleinige Nutzung der Wohnung zugesprochen werden kann.
Um in Zukunft verlässlichere Daten zu gewinnen, forderte Pothmer die Aufnahme von Gewalt in Familien als eigenständiges Delikt in die niedersächsische Polizeistatistik.
dk