GRÜNE fordern Maßnahmen zum Erhalt lebendiger Stadtzentren - Verlagerung der Denkmalschutzbehörde ist strukturpolitisches "Mensch-ärgere-Dich"
Der Erhalt urbaner Zentren und Dorfkerne muss nach Auffassung der Landtagsgrünen einen höheren Stellenwert erhalten. Das Land Niedersachsen und die Kommunen sollten sich zukünftig bei eigenen und gefö...
Der Erhalt urbaner Zentren und Dorfkerne muss nach Auffassung der Landtagsgrünen einen höheren Stellenwert erhalten. Das Land Niedersachsen und die Kommunen sollten sich zukünftig bei eigenen und geförderten Bauvorhaben auf qualitätvolles und gut in den Bestand eingebundenes Bauen verpflichten, forderte der wirtschaftspolitische Sprecher Enno Hagenah am Montag in Hannover.
"Die sozial und kulturell unverzichtbaren lebendigen Ortskerne sind durch anhaltende Zersiedlung und die demografische Entwicklung akut bedroht. Die Landesregierung muss durch eine Stärkung der Regionalplanung und die bessere Einbindung des vielfältigen ehrenamtlichen Engagements bei Baukultur und Denkmalpflege Hilfe leisten. Baukultur und Urbanität müssen zum Leitmotiv für die Politik werden."
Deshalb sei auch die von der Landesregierung geplante Verlagerung des Landesamtes für Denkmalpflege unsinnig. Nach Auffassung des Grünen-Politikers sollten Behördenstandorte nur dann zur Disposition stehen, wenn sie sich als ungeeignet für die Aufgabe erwiesen hätten oder aber wesentliche Synergien durch den neuen Standort gewonnen werden könnten.
"Die sinnfreie Zwangsverlagerung der Denkmalpflege von Hannover nach Nienburg oder Celle kann allenfalls als ein vordergründiges strukturpolitisches ”šMensch-Ärgere-Dich’ bezeichnet werden", sagte Hagenah. Das ohnehin reduzierte Personal werde monatelang von der Arbeit abgehalten und Steuergeld für einen teuren Umzug verschwendet.
Die Landtagsgrünen greifen die Initiative der "Konzertierten Aktion Bauen und Wohnen" der Bauwirtschaft in Niedersachsen erneut auf und beantragen im nächsten Plenum des Landtags ein Aktionsprogramm "Niedersachsen baut auf Kultur."