Pressemeldung Nr. 198 vom

GRÜNE fordern mehr gemeinsamen Unterricht - Stagnation bei Integrationsklassen kritisiert

Als sehr unbefriedigend hat die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion Ina Korter die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage zur Integration in der Schule bezeichnet.

Als sehr unbefriedigend hat die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion Ina Korter die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage zur Integration in der Schule bezeichnet. Die Zahl der Integrationsklassen stagniere auf niedrigem Niveau, sagte Korter. Noch immer würden über 85% der Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf Förderschulen geschickt.

"Auch 20 Jahre nach der Einrichtung der ersten Integrationsklasse in Niedersachsen ist für die Landesregierung der gemeinsame Unterricht noch immer die Ausnahme und die Aussonderung die Regel", kritisierte Korter. Die Grünen-Politikerin beklagte, dass den Eltern noch immer kein Wahlrecht zugestanden werde, ob ihr Kind an einer Förderschule oder einer allgemeinen Schule unterrichtet werden solle, obwohl der gemeinsame Unterricht seit über einem Jahrzehnt sowohl vom niedersächsischen Schulgesetz als auch von der Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichtes gefordert werde. Es sei inzwischen unbestritten, dass sowohl die förderbedürftigen als auch die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler vom integrativen Unterricht profitierten.

Mehrere Studien hätten gezeigt, dass ein gesonderter Unterricht in der Förderschule wegen der hohen Beförderungs- und Betriebskosten, die bei den Kommunen als Schulträger anfallen, teurer sei als ein gemeinsamer Unterricht. Die Landesregierung habe auf ihre Frage nach einem Kostenvergleich in Niedersachsen überhaupt nicht geantwortet, kritisierte Korter.

Korter forderte, nach Jahren des Stillstands bei der Integration förderbedürftiger Kinder endlich wieder energische Schritte voranzugehen. "Gesonderte Förderschulen sind in vielen Ländern unbekannt und ein gemeinsamer Unterricht selbstverständlich. Das sollten wir uns endlich zum Vorbild nehmen", sagte die Grüne. Als ersten Schritt sollten die Förderschulen im Grundschulbereich aufgelöst werden.

(Die Anfrage mit Antwort als Anlage zu dieser PM finden Sie <link fileadmin docs publikationen anfrage_mit_antwort_integration.pdf _blank txdam="74">hier>>.)

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