GRÜNE fordern nach PISA E mehr Förderung für benachteiligte Kinder - "Kein Anlass für CDU, sich als schulpolitische Schlauberger der Nation aufzuspielen"
Die verstärkte Förderung benachteiligter Kinder sehen die Landtagsgrünen als entscheidende Konsequenz für Niedersachsen aus dem Ländervergleich PISA E. "Es ist erschreckend, dass in Niedersachsen 28%...
Die verstärkte Förderung benachteiligter Kinder sehen die Landtagsgrünen als entscheidende Konsequenz für Niedersachsen aus dem Ländervergleich PISA E. "Es ist erschreckend, dass in Niedersachsen 28% der SchülerInnen nicht über die unterste Stufe der Lesekompetenz hinauskommen", sagte die Fraktionsvorsitzende Rebecca Harms am Mittwoch in Hannover. "Damit ist Niedersachsen Schlusslicht unter den westlichen Flächenländern und steht schlechter da als Länder wie Polen und Portugal."
Kinder aus benachteiligten sozialen Verhältnissen müssten im Kindergarten und in der Grundschule in ihrer sprachlichen und der gesamten intellektuellen Entwicklung intensiver gefördert werden. Harms forderte eine bessere finanzielle Ausstattung der sonderpädagogischen Förderung in den Grundschulen. Es sei ein Armutszeugnis für Niedersachsen, dass immer noch mehr Kinder auf die Sonderschule geschickt werden, als in irgend einem anderen Flächenland in Westdeutschland.
Die Grünen-Politikerin warf der Landesregierung vor, entsprechende Reformen seit Jahren verschleppt zu haben.
Harms kritisierte in diesem Zusammenhang die "schulpolitische Selbstgefälligkeit" der CDU. "Auch die CDU-regierten Länder haben von PISA E reichlich gelbe Karten gezeigt bekommen." Im internationalen Vergleich seien die süddeutschen Länder nur Mittelmaß. Das bayerische Schulsystem sei mit seiner sehr scharfen sozialen Selektivität nicht zukunftsfähig. "Es gibt überhaupt keinen Anlass für die Wulff-Partei sich als Schlauberger der Nation aufzuspielen. Unsere Vorbilder heißen weiterhin Schweden, Finnland und Kanada", sagte Harms.
Rt/zm