Pressemeldung Nr. 280 vom

Gravierende Tierschutz- und Hygienemängel müssen abgestellt werden:Grüne fordern stärkere Überwachung von Schlachtbetrieben

„Rinder und Schweine werden vielfach nicht richtig betäubt. Mitarbeiter berichten, dass sie abends knöcheltief im Hähnchenfleisch stehen würden und dieses dann anschließend weiter verarbeitet wird. In einigen Großschlachtereien herrscht offenbar das blanke Chaos", kritisiert Christian Meyer.

Nach neuerlichen Presseberichten über erhebliche Hygienemängel in einem Schlachtbetrieb der Firma Wiesenhof haben die Grünen eine deutliche Ausweitung der amtlichen Überwachung und bessere soziale Arbeitsbedingungen gefordert. "Rinder und Schweine werden vielfach nicht richtig betäubt. Über Verpackungsarbeiten von Hähnchen berichten Mitarbeiter, dass sie abends knöcheltief im Hähnchenfleisch stehen würden und dieses dann anschließend weiter verarbeitet wird. In einigen Großschlachtereien herrscht offenbar das blanke Chaos. Und den zuständigen Behörden fällt das kaum auf", so Grünen-Fraktionsvize Christian Meyer.

Ursache der Misere ist nach Meinung der Grünen, dass Niedersachsen immer mehr zum Billigschlachthof und Niedriglohnstandort Europas geworden sei. "Auch im vom Land mit Millionen geförderten Schlachthof Wietze sind Leiharbeitsverhältnisse für 7,50 Euro ausgeschrieben worden. Dazu kommen die gestrigen Berichte über massiven Druck und Akkordlöhne für schnelle Schlachtzahlen. Dabei bleiben Tierschutz, Qualität, Hygiene und humane Arbeitsbedingungen oft auf der Strecke", so Meyer.

Die Grünen fordern daher vom Land eine bessere Überwachung der Schlachtbetriebe auf soziale und ökologische Standards. Dabei habe sich – wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht – die Zahl der geschlachteten Tiere vor allem im Bereich der Hühnermast sich fast verdreifacht. Zusätzlich liegen zur Zeit neue Pläne für Schlachthoferweiterungen aus.

Um die Zahl der Kontrolleure und Kontrollen auch im Hinblick auf Tierschutzindikatoren der angelieferten Tiere zu steigern, fordern die Grünen Minister Lindemann auf, kostendeckende Gebühren im Schlachthofbereich einzuführen. Meyer: "Es kann nicht sein, dass durch zu geringe Kontrolldichten das Billigfleischgewerbe vom Staat auch noch zu Lasten der Allgemeinheit subventioniert wird."

Außerdem fordern die Grünen einen verbindlichen Mindestlohn. Sie wollen auch, dass zumindest das Betäuben und Töten der Tiere aus der Akkordarbeit herausgenommen wird.

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