Pressemeldung Nr. 106 vom

GRÜNE fordern weitere Untersuchungen zum Rückgang von Mädchengeburten bei Gorleben

„Die Beobachtungen hinsichtlich der Verschiebung des Geschlechterverhältnisses bei Geburten sind dramatisch“, so Miriam Staudte. Es sei nicht auszuschließen, dass mehr als 200 Embryonen schon in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft abgestoßen worden seien.

Weitere Untersuchungen über die Geburtenentwicklung in der Umgebung des Atommülllagers Gorleben hat die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Miriam Staudte nach der heutigen (Donnerstag) Sitzung des Sozialausschusses  im Niedersächsischen Landtag gefordert. "Die Beobachtungen hinsichtlich der Verschiebung des Geschlechterverhältnisses bei Geburten sind dramatisch", sagte die Grünen-Politikerin. Es sei nicht auszuschließen, dass mehr als 200 Embryonen schon in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft abgestoßen worden seien. Das Ministerium konnte auch heute keine Erklärung für das ungewöhnliche Auftreten des Phänomens liefern.

Nun müsse untersucht werden, ob zum Beispiel durch die Lüftung über bestrahlte Teilchen wie Blütenstaub Radioaktivität in die Umgebung gelangt sei, sagte Staudte. Es sei nicht akzeptabel, dass die Landesregierung offenbar den Landkreis Lüchow-Dannenberg, der zu diesem Thema ein Gutachten in Auftrag geben will, mit der Problematik allein lässt.

Die heutige Unterrichtung erfolgte auf Antrag der Grünen-Fraktion. Anlass dafür sind die Untersuchungen der Wissenschaftler Ralf Kusmierz und HagenScherb, die seit Beginn der Einlagerung von Castorbehältern im Umkreis des überirdischen Transportbehälterlagers in Lüchow-Dannenberg einen signifikanten Rückgang von Mädchengeburten festgestellt haben. Dass Radioaktivität einen negativen Einfluss insbesondere auf den Verlauf von Schwangerschaften mit Mädchen hat, sei schon nach Tschernobyl international festgestellt worden, sagte die Grüne.

Der Ausschuss wird sich auch auf einer seiner nächsten Sitzungen mit der Problematik beschäftigen.

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