GRÜNE fragen nach Einflussnahme Minister Sanders auf Schulentwicklungsplanung in Holzminden
Die Landtagsgrünen möchten Aufklärung darüber, ob sich der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) in unangemessener Weise in die Schulentwicklungsplanung des Landkreises Holzminden...
Die Landtagsgrünen möchten Aufklärung darüber, ob sich der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) in unangemessener Weise in die Schulentwicklungsplanung des Landkreises Holzminden eingemischt hat. Sander, der früher selbst Schulleiter der betroffenen Schule war, habe nach Informationen der Grünen mehrfach seine Beziehungen spielen lassen, um den Umzug der Haupt- und Realschule Bevern in ein ca. 4 km entferntes Schulzentrum nach Holzminden zu verhindern.
Um einen ca. 1,2 Mio. teuren Anbau zu vermeiden, wollte der Landkreis Holzminden den Lernhilfebereich der Holzmindener Förderschule an den Haupt- und Realschulstandort Bevern verlagern. Die Beverner Hauptschule, die im 5. Jahrgang nur 10 Schüler hat, sollte nach Holzminden umziehen. Die Landesschulbehörde lehnt die Pläne des Landkreises jedoch ab. Der örtlichen Presse zufolge habe Sander am Rande eines Treffens des Beverner Samtgemeinderates zum Handy gegriffen und eine Möglichkeit zur Verhinderung der Landkreis-Pläne direkt mit Kultusminister Busemann besprochen.
Nach einer Verordnung des Landes müssen Haupt- und Realschule zusammen mindestens 3 Klassen pro Jahrgang bilden. Dafür reichen die Schülerzahlen an der Hauptschule in Bevern aber in den meisten Jahrgängen nicht aus. "Deshalb ist es schon seltsam, dass sich die Schulbehörde so vehement gegen die Landkreis-Pläne sträubt", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ina Korter heute (Donnerstag) in Hannover.
Die Landesregierung müsse die sachlichen Gründe offen legen, warum sie dem dafür zuständigen Landkreis Holzminden bei der Schulentwicklungsplanung derart massiv in die Parade gefahren ist. " Und selbst wenn es sachliche Gründe geben sollte: Ein Minister sollte sich auf jeden Fall stärker zurückhalten, wenn eine Landesbehörde über wichtige Belange seines ehemaligen Arbeitsplatzes zu entscheiden hat", sagte die Grünen-Politikerin.
Die Anfrage ist als Anlage/Link beigefügt.