Pressemeldung Nr. 1257 vom

Grüne fragen nach fristloser Kündigung im "familienfreundlichen Niedersachsen"

Mit einer Anfrage wollen die Landtagsgrünen die Hintergründe der fristlosen Kündigung einer Landesbeschäftigten aus Springe klären, die seit der Einschulung ihrer Tochter gelegentlich unpünktlich den...

Landesbeschäftigte mit Schulkind unpünktlich -
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
dem Land keine Viertelstunde wert?
Mit einer Anfrage wollen die Landtagsgrünen die Hintergründe der fristlosen Kündigung einer Landesbeschäftigten aus Springe klären, die seit der Einschulung ihrer Tochter gelegentlich unpünktlich den Dienst antrat. Grund dafür waren die späte Öffnungszeit der Schule und Bahnverspätungen. Der Ehemann ist auswärts beruftstätig. In Pressemeldungen von heute (Dienstag) heißt es, dass ein Angebot der Frau, mögliche Verspätungen durch einen um 15 Minuten verschobenen Dienstantritt zu vermeiden, vom Landesamt aus "innerbetrieblichen Gründen" abgelehnt wurde.
"Es scheint, als sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dem Land nicht mal eine Viertelstunde wert", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brigitte Pothmer heute in Hannover. "Das wäre allerdings ein krasser Gegensatz zu den Parolen vom familienfreundlichen Niedersachsen."
Die Grünen-Abgeordnete forderte "ein flexibleres Vorgehen". Die Gründe für das Zuspätkommen würden offenbar klar außerhalb des Einflussbereichs der Betroffenen liegen. Nähme die Frau einen früheren Zug, um mögliche Verspätungen zu vermeiden, würde ihr Kind alleine vor der verschlossenen Schule stehen. "Die Frau hat keine Chance, wenn in der Verwaltung nicht umgedacht wird. Dieses Beispiel zeigt, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Sonntagsreden propagiert, in der Praxis aber blockiert wird."
dk

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