Werbung im Klassenzimmer für Bundeswehr?:GRÜNE fragen nach Plänen zum Einsatz von Jugendoffizieren an Schulen
Mit einer Kleinen Anfrage wollen die Landtagsgrünen von der Landesregierung wissen, ob es im Zusammenhang mit der Aussetzung der Wehrpflicht zu einer verstärkten Präsenz von Jugendoffizieren in den Schulen kommen wird.
Mit einer Kleinen Anfrage wollen die Landtagsgrünen von der Landesregierung wissen, ob es im Zusammenhang mit der Aussetzung der Wehrpflicht zu einer verstärkten Präsenz von Jugendoffizieren in den Schulen kommen wird. Es sei zu befürchten, dass die Bundeswehr auch in den Klassenzimmern niedersächsischer Schulen mit einer Werbekampagne gegen die zurückgehenden Rekrutierungszahlen zu Felde ziehe, sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter heute (Donnerstag) in Hannover.
Die Grünen-Politikerin bezieht sich auf Presseberichte, wonach Ministerpräsident McAllister Handlungsbedarf eingeräumt und davon gesprochen habe, dass besonders bei jungen Menschen Werbung und Überzeugungsarbeit für die Bundeswehr geleistet werden müsse. "Wir sind nicht per se gegen den Einsatz von Jugendoffizieren in der Schule, wenn sie über die Außenpolitik und den Verfassungsauftrag der Bundeswehr informieren", sagte Korter. "Aber daraus dürfen keine unkritischen Werbeveranstaltungen werden." Daher sei unerlässlich, dass auch andere Institutionen wie zum Beispiel Friedensorganisationen und Kirchen zu solchen Veranstaltungen eingeladen werden, um ein ausgewogenes Meinungsspektrum im Unterricht zu gewährleisten.
Die Grünen-Politikerin möchte von der Landesregierung wissen, ob es konkrete Vereinbarungen mit der Bundeswehr gibt und wie und wo genau Ministerpräsident McAllister um junge Menschen für den Dienst an der Waffe werben möchte.