Pressemeldung Nr. 92 vom

Gesundheitsschutz für Hafenpersonal gewährleistet?:GRÜNE fragen nach Risiken durch Begasung von Schiffscontainern

Mit einer parlamentarischen Initiative fordern die Landtagsgrünen Auskunft über mögliche Gefährdungen durch die sogenannte „Containerbegasung“ mit giftigen Stoffen in niedersächsischen Häfen.

Mit einer parlamentarischen Initiative fordern die Landtagsgrünen Auskunft über mögliche Gefährdungen durch die sogenannte "Containerbegasung" mit giftigen Stoffen in niedersächsischen Häfen. Die hafenpolitische Sprecherin Elke Twesten möchte geklärt wissen, inwieweit die zuständigen Behörden und Unternehmen dafür Sorge tragen, dass das Hafenpersonal sowie Waren und Güter vor den Giftstoffen geschützt werden.

Nahezu 50 Prozent aller aus Übersee eintreffenden Container werden vor dem Verschiffen mit äußerst gefährlichen Begasungsmitteln wie beispielsweise Methylbromid und Phosphorwasserstoff behandelt. Die Mittel werden eingesetzt, um Schimmelbildung, Pilzbefall, das Verderben der Waren sowie die Übertragung von Krankheitserregern und Schädlingen zu verhindern. Die Praxis der Begasung ergibt sich aus internationalen Pflanzenschutzabkommen.

Twesten weist darauf hin, dass internationale Vorschriften vorsehen, dass begaste Container, deren Öffnen mit Gesundheitsrisiken und nicht unerheblichen Gefahren verbunden sein können, mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein müssen. Diese Kennzeichnung würde oftmals fehlen, sagte die Grünen-Politikerin. Es sei auch nicht klar, ob gewährleistet sei, dass die Container wie vorgeschrieben, nur von fachkundigem Personal geöffnet werden.

Die Grünen-Anfrage soll klären, wie betroffene Behörden und Unternehmen in Niedersachsen auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden und wo und wie die betreffenden Container auf Begasung beziehungsweise Kennzeichnung kontrolliert werden. Twesten fragt außerdem danach, wie häufig in den letzten fünf Jahren Grenzwertüberschreitungen festgestellt wurden.

Mit Blick auf die für den Herbst angekündigte Eröffnung des Tiefwasserhafens Jade-Weser-Port sieht die Grünen-Politikerin auch Klärungsbedarf, welche technischen Anlagen auf dem Gelände für die Kontrolle, Belüftung und Entgasung von Überseecontainern vorgesehen sind.

Zurück zum Pressearchiv