Pressemeldung Nr. 166 vom

Schutz von Gewaltopfern ist Pflichtaufgabe des Landes:GRÜNE: Frauenhäuser und Beratungsstellen erhalten

Die Landtagsgrünen haben die geplante Kürzung der Mittel für die 41 Frauenhäuser und die 34 Gewaltberatungsstellen in Niedersachsen scharf kritisiert.

Die Landtagsgrünen haben die geplante Kürzung der Mittel für die 41 Frauenhäuser und die 34 Gewaltberatungsstellen in Niedersachsen scharf kritisiert. Hintergrund ist eine Richtlinie, mit der die Landesregierung von 2010 an jährlich rund 280.000 Euro einsparen will. "Frauenhäuser und Gewaltberatungsstellen leisten einen überaus wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Gewaltprävention. Es gibt gesellschaftliche Verantwortungsbereiche, in denen nicht gespart werden darf, insbesondere dann, wenn das Leben von Menschen bedroht ist", sagte die frauenpolitische Sprecherin Elke Twesten heute (Donnerstag) in Hannover anlässlich einer Podiumsdiskussion. Gerade habe die aktuelle Berichterstattung auf die dramatischen Schicksale von Frauen aufmerksam gemacht, die von ihren Lebenspartnern getötet wurden.

Der Schutz von Gewaltopfern müsse endlich als Pflichtaufgabe des Landes anerkannt werden, die man nicht je nach Kassenlage kürzen könne. Immer mehr Frauen würden sich trauen, den Gewaltkreislauf zu verlassen und Hilfe zu suchen. Parallel dazu streiche das Land die nötige Finanzierung zusammen.

"Das ist doch absurd – Niedersachsen liegt heute schon ohne geplante Kürzung unter dem Förderniveau von 2003, obwohl in den vergangenen Jahren 11.000 Fälle häuslicher Gewalt zu verzeichnen waren – das entspricht fast einer Verdoppelung", sagt die Grüne. "Ich möchte nicht, dass wir in Niedersachsen ähnliche Verhältnisse wie in anderen Bundesländern haben und betroffenen Frauen Hilfe verweigern müssen." In Nordrhein-Westfalen habe beispielsweise die Verknappung an Plätzen die Frauenhäuser in die unerträgliche Situation gebracht, rund die Hälfte  der hilfesuchenden Frauen abweisen zu müssen.

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