Kostengünstiger als erwartet:GRÜNE für Erdkabel statt Freileitung im Oldenburger Land
Die Landtagsgrünen halten die unterirdische Verlegung der Hochspannungsleitung zwischen dem oldenburgischen Ganderkesee und St. Hülfte für möglich. Die Kosten seien geringer als noch vor einigen Woche...
Die Landtagsgrünen halten die unterirdische Verlegung der Hochspannungsleitung zwischen dem oldenburgischen Ganderkesee und St. Hülfte für möglich. Die Kosten seien geringer als noch vor einigen Wochen behauptet, sagte der energiepolitische Sprecher Hans-Joachim Janßen heute (Freitag) nach einer gemeinsamen Sitzung der Landtagsausschüsse für Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft in Hannover. In der Sitzung wurde die vom Land in Auftrag gegebene Vergleichsstudie zu Stromübertragungstechniken im Höchstspannungsbereich vorgestellt.
Nach Aussagen der Gutachter des Oldenburger Zentrums für Windforschung seien Erdkabel nur um den Faktor 2,2 teurer als die Freileitung, sagte der Grünen-Politiker. Vor einigen Wochen war noch der Faktor 8-10 im Gespräch. Janßen "Auch im vorgelegten Gutachten sind einige Faktoren, die die Freileitung teurer und das Erdkabel günstiger machen noch nicht berücksichtigt: Die höheren Kosten bei der Genehmigung oder die geringeren Leitungsverluste von Erdkabeln wurden nur unzureichend gewichtet."
Außerdem müssten auch die "externen Kosten", also der Wertverlust von Immobilien oder die Beeinträchtigung von Natur und Landschaft, berücksichtigt werden. "Neben der jetzt vorliegenden betriebswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Rechnung ist ergänzend eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung notwendig", forderte Janßen
Trotzdem sei ohne einen Praxistest letztendliche keine Klarheit zu schaffen. Eine unterirdische Verlegung von Stromleitungen im Höchstpannungsbereich sei über längere Entfernungen bisher noch nirgends realisiert worden, sagte der Grünen-Politiker. Es müssten daher valide Messdaten auch für zukünftige Projekte erfasst werden.
Janßen schlägt daher einen Modellversuch zwischen Ganderkesee und St. Hülfte vor. "Die Grenzwerte für elektromagnetische Felder müssen mittelfristig gesenkt werden. Die Herstellerfirmen brauchen daher vernünftige Messdaten für Erdleitungen. E.ON will die Leitungen ohne langen Rechtsstreit zügig realisieren und wird deshalb ebenfalls Interesse an pragmatischen Lösungen haben."
Der Grünen-Politiker forderte Landwirtschaftsminster Ehlen auf, die Parteien an einen Tisch zu holen und nicht übereilt eine Freileitung zu genehmigen.