Pressemeldung Nr. 106 vom

GRÜNE geben sich mit freiwilligen Verpflichtungen nicht zufrieden!

Vor dem Hintergrund des diesjährigen Equal-Pay-Day am kommenden Freitag (26.4.) haben Bündnis 90/ Die Grünen kein Verständnis für die Position der Bundesfamilienministerin, die Firmen sollen selbst entscheiden, ob sie die Software mit dem Namen „Logib-D“ verwenden möchten.

Vor dem Hintergrund des diesjährigen Equal-Pay-Day am kommenden Freitag (26.4.) haben Bündnis 90/ Die Grünen kein Verständnis für die Position der Bundesfamilienministerin, die Firmen sollen selbst entscheiden, ob sie die Software mit dem Namen "Logib-D" verwenden möchten. Mit deren Hilfe könnte durch internen Datenabgleich die von ihnen betriebene Lohnungleichheit von Frauen gegenüber Männern aufgedeckt werden.

"Die Zeit der Freiwilligkeit ist vorbei!", so Elke Twesten, frauenpolitische Sprecherin der Niedersächsischen Landtagsfraktion. "Wir Frauen sind heute im Durchschnitt besser qualifiziert als die Männer, erhalten aber für die gleiche Arbeit immer noch 23% weniger Lohn. Dieser Ungerechtigkeit muss entschieden entgegengetreten werden. Wir wollen uns nicht länger auf freiwillige und unverbindliche Appelle an die Unternehmen verlassen. Ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft ist überfällig!"

Damit Frauen im Hinblick auf eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie überhaupt in die Lage versetzt werden, den gleichen Arbeitsumfang wahrnehmen zu können, müssen zu allererst die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden: Hierzu gehören ausreichende Kinderbetreuungsangebote und flexible Arbeitszeitmodelle auch in der gewerblichen Wirtschaft.

"Den Firmen täte es nicht nur wirtschaftlich gut, die Potenziale von Frauen endlich zu erkennen und zu nutzen – auch in führender Position läuft es mit Frauen besser: Unternehmen, die Frauen in den Aufsichtsgremien haben, wirtschaften nicht nur erfolgreicher, sie werden oft einfach besser geleitet als rein männlich dominierte Firmen", betont Twesten mit Nachdruck. Neben der Problematik der Lohnungleichheit müsse auch das Problem der mangelnden Vertretung von Frauen in den Führungsetagen gelöst werden. Trotz gleicher oder gar besserer Qualifikation seien Frauen in Vorständen oder Aufsichtsräten eine Seltenheit, so Twesten.

Daher macht sich Elke Twesten auch für die Einführung einer Quotenregelung stark. So fordert ein in der Märzsitzung des Landtags in erster Lesung behandelter Erschließungsantrag der Grünen, dass sich die Landesregierung auf Bundesebene für die Einführung einer sanktionsfähigen Quotierungsregelung bei Aktienunternehmen einsetzen soll. Wer bis 2012 nicht freiwillig eine Quote von 40% Frauen im Aufsichtsrat vorweisen kann, soll im Anschluss gesetzlich bis 2015 dazu verpflichtet werden. "Norwegen macht es vor: Kommt ein Unternehmen der Quotierung nicht nach, so drohen Sanktionen bis hin zum Verlust der Börsennotierung. Die Erfahrungen haben es gezeigt: In der Politik ging es nur über die Quote – und auch in der Wirtschaft wird es ohne Quote nicht gelingen", so Twesten abschließend.

 

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