Forderungen von Jägern und Fischern „abenteuerlich“:Grüne gegen Wiederaufnahme der Seehundjagd in Niedersachsen
„Die Forderung nach Bejagung der Seehunde im geschützten Weltnaturerbe Wattenmeer ist abenteuerlich. Wir sollten uns vielmehr über die nach mehreren Seuchen erfolgte leichte Erholung des Bestandes freuen.
"Die Forderung nach Bejagung der Seehunde im geschützten Weltnaturerbe Wattenmeer ist abenteuerlich. Wir sollten uns vielmehr über die nach mehreren Seuchen erfolgte leichte Erholung des Bestandes freuen. Der Seehund ist ein wichtiger ökologischer Indikator und Sympathieträger für die Natur in Niedersachsen", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer zur Debatte über eine Wiedereröffnung der Jagd auf Seehunde.
Die Grünen weisen aktuelle Forderungen von Jägern und Fischern nach erneuter Bejagung zurück. Dagegen spreche nicht nur die hohe Schadstoffbelastung des Seehundfleisches, sondern auch der Tier- und Artenschutz.
Meyer: "Nicht die Seehunde sind schuld am Rückgang der Fischbestände, sondern die massive Überfischung durch den Menschen. So sind die von der EU festgelegten Fangquoten für viele Bestände immer noch zu hoch. Der Seehund wird zum Sündenbock gemacht, obwohl er überwiegend kleinere Fische fängt, an denen Fischer ohnehin nicht interessiert sind."
Die Grünen weisen darauf hin, dass der Seehund in Niedersachsen zwar noch dem Jagdrecht unterliege, aber derzeit eine ganzjährige Schonzeit genieße. Ein Seehundabschlachten durch die Wiederaufnahme der Jagd habe gesellschaftlich keine Akzeptanz und passe nicht in die Zeit, meint Meyer. "Der Seehund sollte daher in Niedersachsen vollständig von der Liste jagdbarer Arten gestrichen werden, um die jährliche Diskussion ein für alle Mal zu beenden", so der Naturschutzexperte.