Pressemeldung Nr. 85 vom

Betreuungsangebot durch Familienhebammen ausbauen:GRÜNE: Gesetz zum verbindlichen Einladewesen zurückstellen

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Miriam Staudte hat die Regierungsfraktionen aufgefordert, den Gesetzentwurf zum verbindlichen Einladewesen in der vorliegenden Form nicht zu verabschieden.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Miriam Staudte hat die Regierungsfraktionen aufgefordert, den Gesetzentwurf zum verbindlichen Einladewesen in der vorliegenden Form nicht zu verabschieden. Ein effektiverer Kinderschutz sei mit dieser Maßnahme nicht zu erreichen, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag (heute) in Hannover. Das sei auch in der gestrigen Anhörung im Sozialausschuss des Landtages erneut deutlich geworden.

Staudte wies daraufhin, dass nahezu alle Experten die Forderung unterstützt haben, den Schwerpunkt auf die bessere Vernetzung der in diesem Bereich tätigen Organisationen zu legen und nicht auf gigantische Datenerhebungen, wie sie die Landesregierung plant. "Hier wird ein bürokratisches Monster-Meldewesen aufgebaut, das nichts an der Situation der Kinder verbessert", sagte Staudte. So werde "Scheinsicherheit suggeriert", die die notwendige Kultur des Hinsehens nicht unterstützt und fördert.
Die Experten hätten zudem Bedenken geäußert, dass die Arbeitszeit der bereits jetzt sehr belasteten Jugendamtsmitarbeiter zukünftig für Hausbesuche gebunden würde, die sich als überflüssig erweisen könnten; wohingegen die Zeit für die tatsächlich schon bekannten Problemfamilien noch knapper werde.

"Der Gesetzentwurf ist untauglich", sagte die Grünen-Politikerin und plädierte dafür, zunächst in einem "regional und zeitlich begrenzten Modellversuch" Erfahrungen mit der Praktikabilität des verbindlichen Einladewesens zu sammeln. Die geplanten 2 Millionen Euro Landesmittel seien besser in den flächendeckenden Ausbau des Angebots von "Familienhebammen" investiert.

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