Pressemeldung Nr. 2591 vom

Grüne: Ideologische Verblendung verhindert sachgerechte Schulpolitik

"Ideologisch verblendet und damit fachlichen Argumenten nicht mehr zugänglich", so kommentiert die regional für den Landkreis zuständige Grünen-Landtagsabgeordnete aus Rinteln, Ursula Helmhold die Äuß...

"Ideologisch verblendet und damit fachlichen Argumenten nicht mehr zugänglich", so kommentiert die regional für den Landkreis zuständige Grünen-Landtagsabgeordnete aus Rinteln, Ursula Helmhold die Äußerungen von Ursula Körtner anlässlich einer Informationsveranstaltung der "Interessengruppe kooperative Gesamtschule" in Bad Münder.
Die CDU-Abgeordnete hatte dort erklärt, die neue Schulpolitik sei angesichts der Haushaltsmisere die "wünschenswerteste" und "machbarste" Lösung.
Sie zeige damit , dass sie sich weder mit den pädagogischen Auswirkungen noch mit den Auswirkungen auf die Haushalte des Landes und der Kommunen befasst habe.
"Nicht nur, dass der Schulgesetzentwurf von CDU und FDP im Ansatz verfehlt ist, weil er das Ziel, mehr Schülerinnen und Schüler zu höher qualifizierten Abschlüssen zu führen, nicht erreichen und die Abhängigkeit der Schulbildung vom Sozialstatus des Elternhauses verstärken wird, die Schulpolitik der CDU /FDP verfolgt mit ihrer klaren Trennung nach der 4. Klasse einen Begabungsbegriff der in der fachlichen Diskussion der vergangenen 40 Jahre längst überholt und durch die aktuelle Ergebnisse der Lernforschung (PISA, IGLU) erneut in Frage gestellt ist", erläutert Helmhold
Frau Koertner verschweige der Öffentlichkeit, dass die von der CDU versprochenen 2500 neuen Lehrerstellen, die an unseren Schulen dringend gebraucht werden, zu einem großen Teil durch die streng dreigliedrige Struktur nach Klasse 4, die Abschaffung der Orientierungsstufen und das Abitur nach Klasse 12 verbraucht werden, so dass für Fördermaßnahmen vor allem an Grundschule und Hauptschule kaum etwas bleibe.
"Das geänderte System verbraucht etwa Zwie Drittel der neuen Stellen für sich selbst ", das ist nach Ansicht der Grünen nicht akzeptabel. Außerdem würden die Schulträger belastet:

Sie würden 220 – 250 Klassenräume zusätzlich einrichten müssen, an zahlreichen Standorten sei mit Mehrkosten für die Schülerbeförderung zu rechnen. Kooperierende Schulformen, die gerade im ländlichen Raum ein vielseitiges und wohnortnahes Angebot schaffen könnten und für die Schulträger kostengünstiger zu führen seien, würden aus ideologischen Gründen abgelehnt – so gerade wieder der von den Grünen beantragte Erhalt der 9 Sekundarschulen in Niedersachsen.
"Die weltanschauliche Verbohrtheit verstellt der CDU/FPD den Blick auf das pädagogisch Notwendige und finanziell Sinnvolle", kritisiert Helmhold.
Die Äußerung Körntners, der Elternwille sei "nur im Rahmen der geltenden Gesetzgebung entscheidend", sei für eine gewählte Politikern recht eigenwillig und nicht zu akzeptieren. Politik müsse, so die grüne Politikerin, eben Rahmenbedingungen schaffen, um dem erklärten Elternwillen nach bestimmten Schulformen, hier einer kooperativen Gesamtschule zu entsprechen.

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