Grüne: Keine Bagger im Watt

Der Vorschlag des niedersächsischen Umweltministers Sander, den Abbau von Sand und Klei für den Deichbau künftig auch in Wattenmeer und Salzwiesen zuzulassen, stößt bei den Grünen auf entschiedene Abl...

Der Vorschlag des niedersächsischen Umweltministers Sander, den Abbau von Sand und Klei für den Deichbau künftig auch in Wattenmeer und Salzwiesen zuzulassen, stößt bei den Grünen auf entschiedene Ablehnung.

"Ohne jeden Anlass soll die bestehende Vereinbarung zwischen Küsten- und Naturschutz, die Entnahme von Deichbaumaterial im Vorland nur in absoluten Ausnahmefällen zuzulassen aufgekündigt werden. Minister Sander sieht seine Berufung offenbar darin, als größter Naturzerstörer Niedersachsens in die Geschichtsbücher einzugehen", sagte Hans-Joachim Janßen, für den Wattenmeerschutz zuständiger Grünen-Landtagsabgeordneter aus Varel.

Die Küstenschutzargumente des Ministers seien vorgeschoben, so Janßen. Der Deichbau sei in den vergangenen Jahren weitestgehend ohne Entnahmen aus dem Wattenmeer ausgekommen. Der Grünen-Abgeordnete sieht in den Plänen des Ministers außerdem einen Verstoß gegen europäisches Naturschutzrecht. Die Salzwiesen seien als FFH-Gebiet gemeldet, Bodenabbau sei deshalb nicht zulässig.

"Wenn dem Umweltminister auch die internationalen Naturschutzverpflichtungen völlig egal sind, dann sollte er mindestens so konsequent sein und auf die geplante Anmeldung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe bei der UNESCO verzichten. Alles andere wäre reine Heuchelei", meinte Hans-Joachim Janssen.

Zurück zum Pressearchiv