Sander erweist sich als Vertreter des „alten Denkens“ :GRÜNE: Kretschmanns Zustimmung zur Endlagersuche in Baden-Württemberg „immens wichtiger Beitrag“
Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat die Äußerungen des designierten Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann als „große Chance für eine rationale Diskussion der seit fast fünfzig Jahren ungelösten End-lagerfrage“ begrüßt.
Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat die Äußerungen des designierten Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann als "große Chance für eine rationale Diskussion der seit fast fünfzig Jahren ungelösten Endlagerfrage" begrüßt. Die von Kretschmann signalisierte Bereitschaft zur Suche nach einem sicheren Endlager sei ein "immens wichtiger Beitrag" für einen Neubeginn bei der Endlagerforschung, sagte der Grünen-Politiker heute (Dienstag) in Hannover.
Der Niedersächsische Umweltminister Sander habe sich mit seiner Aufforderung, Baden-Württemberg solle jetzt Standorte vorschlagen, als Vertreter des "alten Denkens" erwiesen, sagte Wenzel. "Mit einer solchen Haltung ist der dringend notwendige gesellschaftliche Grundkonsens, der eine schnelle Abschaltung der Reaktoren und eine Verständigung über ein Endlagersuchgesetz vorsieht, jedenfalls nicht zu erreichen".
Jetzt müssten alle Bundesländer für einen neuen ergebnisoffenen und bundesweiten Suchprozess gewonnen und wissenschaftlich belastbare Kriterien für eine verantwortbare dauerhafte Lagerung von hochradioaktivem Müll erarbeitet und definiert werden, forderte der Grünen-Politiker.
Das sei in der Asse ebenso versäumt worden, wie in Gorleben. Dort habe die Vertuschung und Geheimhaltung von geologisch höchst problematischen Erkenntnissen die Akteure diskreditiert. Institutionen wie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), die 1995 Teile des Instituts für Tieflagerung übernommen habe, hätten eine mehr als zwiespältige Rolle gespielt. Wenzel: "Eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den Ursachen der desaströsen Entwicklung in der Asse ist von diesen Einrichtungen bislang aber nicht vorgenommen worden."