Alleebäumen droht die Kettensäge:GRÜNE kritisieren geplanten „Kahlschlag“ an Niedersachsens Landesstraßen
Die Landtagsgrünen haben kritisiert, dass sich das Niedersächsische Verkehrsministerium bei der Straßenbaufinanzierung auf „unsinnige neue Vorgaben“ des Bundesverkehrsmi-nisteriums einlassen will.
Die Landtagsgrünen haben kritisiert, dass sich das Niedersächsische Verkehrsministerium bei der Straßenbaufinanzierung auf "unsinnige neue Vorgaben" des Bundesverkehrsministeriums einlassen will. Nach einer neuen Richtlinie des Bundes "zum passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeugrückhaltesysteme" sollen Fördergelder für den Ausbau von Landes- und Kreisstraßen künftig nur noch dann fließen, wenn im Gegenzug Alleen und Straßen begleitende Bäume gefällt werden. "Allein bei acht der derzeit 43 angemeldeten Bauprojekte an niedersächsischen Kreisstraßen droht unter dem Vorwand der Verkehrssicherheit der massive Einsatz der Kettensäge", sagte der verkehrspolitische Sprecher Enno Hagenah heute (Mittwoch) in Hannover.
Die Grünen lehnen diese Maßnahme ab. Zusätzliche Verkehrssicherheit ließe sich auch durch Tempolimits oder durch Leitplanken erzielen, sagte Hagenah. Alleen könnten bei angepasster Geschwindigkeit durch die Verdeutlichung des Straßenverlaufs sogar die Sicherheit des Straßenverkehrs erhöhen.
Die Grünen haben zu dem Thema einen Entschließungsantrag für den Landtag vorgelegt, der mehr Verkehrssicherheit und zugleich den Schutz der Landschaftsprägenden Alleen in Niedersachsen ermöglichen soll.
Hagenah verweist darauf, dass Alleebäume ein wertvoller Bestandteil der niedersächsischen Kulturlandschaft sind. "Sie filtern Staub und Abgase aus der Luft und tragen zum Klimaschutz bei. Alleen verbinden in unseren landwirtschaftlich geprägten Regionen Naturräume miteinander und bieten einen wichtigen Schutz vor Erosionen."