Wenzel: „Ausverkauf von Know-how ist fatales Zeichen für Energiewende“:Grüne kritisieren geplanten Verkauf des Deutsches Windenergie-Instituts
„Eine erfolgreiche Energiewende erfordert Know-how-Träger im eigenen Land“. Die sprunghafte und wenig verlässliche Politik von Landes- und Bundesregierung sei mitverantwortlich für Insolvenzen in der Solarbranche und bei der verzögerten Netzanbindung im Offshorebereich", so Stefan Wenzel.
"Der Verkauf der Gesellschaftsanteile des Landes Niedersachsen am Deutschen Windenergie-Institut (DEWI GmbH) in Wilhelmshaven und damit auch deren Anteile an der DEWI Offshore & Certification Center GMBH (DEWI-OCC GmbH) in Cuxhaven ist ein fatales Signal für die Energiewende", sagte der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Stefan Wenzel heute (Dienstag) in Hannover. Für den Aufbau und Erhalt einer schlagkräftigen Windkraftbranche sei die Zertifizierung und Normung von neuen Windkraftanlagen und Anlagenteilen ein Schlüsselfaktor. Eine schnell wachsende und hochinnovative Branche brauche hier verlässliche Strukturen. Der Bereich sei zudem anfällig für Industriespionage, weil neue Patente und Anwendungen für Wettbewerber von großem Interesse sein könnten, sagte Wenzel.
Wenzel forderte die Regierungsfraktionen von CDU und FDP auf, den Verkauf zu überdenken. Noch müsse der Landtag dem Vorhaben zustimmen. Der Verkauf erfolge zudem gegen den erklärten Willen der kommunalen Mitgesellschafter im Landkreis Cuxhaven. Wenzel: "Eine erfolgreiche Energiewende erfordert Know-how-Träger im eigenen Land". Die sprunghafte und wenig verlässliche Politik von Landes- und Bundesregierung sei mitverantwortlich für Insolvenzen in der Solarbranche und bei der verzögerten Netzanbindung im Offshorebereich. Auch beim DEWI habe das Land offenbar nicht erkannt, wie wichtig eine langfristig verlässliche Entwicklung von Industrienormen und Zertifizierungen sei.
Wenzel: "Die Erneuerbaren Energien werden künftig in allen Ländern der Erde eine zentrale Rolle bei der Energieversorgung spielen." Dabei sei auch von Bedeutung, ob künftig europäische Industrienormen weiterentwickelt werden oder ob die "American National Standards" das Maß der Dinge werden. Hier habe das amerikanische Unternehmen Underwriters Laboratories, das das DEWI mit seiner Tochter übernehmen soll, bislang seinen Schwerpunkt gesetzt.