GRÜNE kritisieren Haltung der Landesregierung zum Meeresumweltschutz - Erkenntnisse aus Gutachten sollen folgenlos bleiben
Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Meeresumweltschutz werfen die Landtagsgrünen der Landesregierung vor. Im Februar dieses Jahres habe der Sachverständigenrat für Umweltfragen ein Sondergutachten "...
Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Meeresumweltschutz werfen die Landtagsgrünen der Landesregierung vor. Im Februar dieses Jahres habe der Sachverständigenrat für Umweltfragen ein Sondergutachten "Meeresumweltschutz für Nord- und Ostsee" vorgelegt, dessen Empfehlungen die Landesregierung ignoriere, sagte der fischereipolitische Sprecher Hans-Jürgen Klein am Freitag in Hannover.
Das habe die Antwort auf seine parlamentarische Anfrage ergeben. "Obwohl der Sachverständigenrat weiter erhebliche Belastungen der Nordsee durch die Fischereiwirtschaft und die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft konstatiert, sieht die Landesregierung keinen Handlungsbedarf", sagte der Grünen-Politiker.
So sei zum Beispiel die Empfehlung der Gutachter, Aktionsprogramme und Leitfäden für eine umweltverträgliche Fischerei unter Einbeziehung der Fischer zu entwickeln, mit dem fadenscheinigen Hinweis auf eine Reglementierung durch die EU abgelehnt worden.
Eine eigene Studie des Landes empfehle sogar, den seit 1992 verbotenen Fang der Herzmuschel wieder zuzulassen, bei dem durch das tiefe Aufreißen des Wattbodens die darin lebenden Tiere getötet werden. "Soviel Ignoranz gegenüber dem Schutz der Meere ist unverantwortlich", kritisiert Klein.
Die mündliche Anfrage und die Antwort der Landesregierung ist abrufbar unter www.hans-juergen-klein.de