Pressemeldung Nr. 70 vom

Schwarz-gelb versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist:GRÜNE kritisieren neue Erlasse für Haupt- und Realschulen

Als „untauglichen Versuch“ zur Rettung des selektiven Schulsystems hat die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter die neuen Erlasse der Kultusministerin für die Arbeit an den Haupt- und Realschulen bezeichnet.

Als "untauglichen Versuch" zur Rettung des selektiven Schulsystems hat die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter die neuen Erlasse der Kultusministerin für die Arbeit an den Haupt- und Realschulen bezeichnet, die heute (Freitag) zum Ablauf der Anhörungsfrist im Fachausschuss des Landtages diskutiert wurden.

Zahlreiche kritische Stellungnahmen hätten den Widerstand gegen die Pläne der Landesregierung deutlich gemacht.

"Mit immer neuen Vorgaben wird in die Arbeit der Eigenverantwortlichen Schulen eingegriffen, werden die Haupt- und Realschulen immer weiter vom allgemeinen Bildungsauftrag abgehängt und so endgültig zum Bildungsweg zweiter Klasse", sagte die Grünen-Politikerin. Die verstärkte Zusammenarbeit von Haupt- und Realschulen sei zwar ein sinnvoller Schritt, aber mit den engenden Vorgaben der Kultusministerin keine Lösung und erst recht würden so keine kleinen Gesamtschulen ermöglicht.

Die neuen Erlasse würden die Durchlässigkeit für HauptschülerInnen und RealschülerInnen zum Gymnasium noch weiter erschweren.

Eine massive Kürzung der musisch-kulturellen Bildung bedeute zudem einen reduzierten Bildungsauftrag für diese Schulformen, der inakzeptabel sei.

Die zu frühe Festlegung auf eine Berufsausrichtung nach Klasse 8 werde sich nicht nach den Interessen der Schülerinnen und Schüler, sondern vor allem nach in der Schule vorhandenen Ressourcen und in der Nähe vorhandenen Berufsschulangeboten richten.

Haupt- und Realschulen sollten jetzt die Inhalte des ersten Berufsausbildungsjahres unterrichten, ohne dass geregelt sei, wer diese Qualifikationen je anerkennen werde. Zudem sei der berufsbildende Auftrag des Realschulerlasses schulgesetzlich nicht abgesichert.

Korter: "Die Regierung Wulff versucht mit allen Mitteln zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Eltern wollten keine Bildungssackgassen für ihre Kinder sondern eine individuelle Förderung der Stärken. Das haben alle anderen Bundesländer längst begriffen, während Niedersachsen die Arbeitskraft im Kultusministerium lieber für immer neue Raffinessen zum zwanghaften Erhalt eines überholten Schulsystems einsetzt."

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