Regierungsfraktionen spielen Kindererziehung gegen Frauenförderung aus:GRÜNE kritisieren Novelle des Gleichstellungsgesetzes
„Nachdem acht Jahre lang keinerlei Initiative für die notwendige Novelle des Gesetzes ergriffen wurde, soll sie nun binnen weniger Wochen durch Ausschüsse und Plenum gepeitscht werden“, so Elke Twesten.
Auf massive Kritik bei den Landtagsgrünen ist der Umgang der Regierungsfraktionen mit dem Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetz gestoßen. "Nachdem acht Jahre lang keinerlei Initiative für die notwendige Novelle des Gesetzes ergriffen wurde, soll sie nun binnen weniger Wochen durch Ausschüsse und Plenum gepeitscht werden", sagte die frauenpolitische Sprecherin Elke Twesten heute (Montag) in Hannover. Der jetzt vorliegende Entwurf von CDU und FDP greife die aktuellen Erfordernisse der veränderten gesellschaftlichen Situation von Frauen und Männern "mit keiner Silbe" auf.
Twesten: "Wieder einmal wird Frauenförderung allein auf den Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf reduziert und lässt das eigentliche Ziel, die Gleichstellung von Frauen und Männern, in den Hintergrund treten." Es sei kein Merkmal einer modernen Gleichstellungspolitik, wenn Kindererziehung gegen Frauenförderung ausgespielt wird.
Die Grünen-Politikerin verwies darauf, dass die Gleichstellung von Frauen wertvolle Potenziale für den gesamten Arbeitsmarkt birgt. Mit der konsequenten Umsetzung einer Frauenquote könnte dem in Zukunft größer werden Fachkräftemangel entschieden begegnet werden.
Die Regierungsfraktionen müssten endlich die Realitäten anerkennen und die Frauenförderung "ganz nach oben auf die Agenda setzen". Das entspräche auch den Ergebnissen im Anhörungsverfahren, sagte Twesten abschließend.