Meihsies: Wirksames Sicherheitskonzept fehlt:Grüne kritisieren Sicherheitskultur von E.ON im AKW Unterweser
Mit einer Anfrage an die Landesregierung fordert der atompolitische Sprecher der Landtagsgrünen Andreas Meihsies detailliert Aufklärung über die Sicherheitskultur im AKW Unterweser.
Mit einer Anfrage an die Landesregierung fordert der atompolitische Sprecher der Landtagsgrünen Andreas Meihsies detailliert Aufklärung über die Sicherheitskultur im AKW Unterweser. Am 21. Juli 2007 wurde im AKW Unterweser festgestellt, dass eine Armatur in einem der vier Stränge des Not- und Nachkühlsystems falsch eingestellt worden war. Dies war angeblich während der letzten Revision geschehen und ein ganzes Jahr lang unbemerkt geblieben.
Im Umweltausschuss des Bundestages wurde in dieser Woche das Ausmaß des fehlenden Sicherheitsmanagements bei EON deutlich. So heißt es in dem Bericht des BMU: "Es handelt sich um ein Ereignis aus dem Bereich Mensch Technik Organisation mit einer hohen sicherheitstechnischen Bedeutung, das kein gutes Licht auf die Sicherheitskultur der Anlage und die Fachkunde der Mitarbeiter wirft. Bemerkenswert ist, dass der Fehler bei drei Funktionsprüfungen, die im August 2006, im oktober2006 und im April 2007 stattgefunden haben, nicht entdeckt wurde, obwohl man aus den Prüfergebnissen bei genauer Betrachtung hätte herleiten können, dass der Mengenzufluss nicht der Spezifikation entsprach."
Es stelle sich auch die Frage, warum solche Fehler von den Sicherheitssystemen des Reaktors nicht wahrgenommen wurden. Zudem müsse geklärt werden, ob E.ON überhaupt ein Sicherheitsmanagement für das AKW Unterweser habe und wie dort mit Sicherheitsproblemen umgegangen werde. "Mit dieser Anfrage, wollen wir auch klären, ob dies ein Einzelfall gewesen war oder ob derartige Fehler als systemimmanent zu begreifen sind", so Meihsies.