Landesregierung treibt staatliches Schulwesen in den Ruin:GRÜNE kritisieren Umwandlung von staatlichen in kirchliche Schulen
Die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion Ina Korter kritisiert die Absicht der Landesregierung, öffentliche Schulen in kirchliche Trägerschaft zu überführen.
Die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion Ina Korter kritisiert die Absicht der Landesregierung, öffentliche Schulen in kirchliche Trägerschaft zu überführen. Es dürfe nicht dazu kommen, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler nur schulgeldpflichtige Schulangebote zur Verfügung stünden, sagte die Grünen-Politikerin heute (Dienstag) in Hannover. Mit der Umwandlung von öffentlichen in kirchliche Schulen werde auch die weltanschauliche Neutralität des Schulwesens in Frage gestellt.
"Die Landesregierung zwingt kommunale Schulträger zum Ausverkauf ihrer Bildungseinrichtungen", kritisierte die grüne Schulexpertin. Die hohen Hürden der Landesregierung für die Neugründung von Gesamtschulen mache es immer mehr Gemeinden unmöglich, auf die veränderten Bedürfnisse der Schüler und ihrer Eltern zu reagieren und ein bedarfsgerechtes wohnortnahes Schulangebot einzurichten. "Es ist eine unakzeptable Ungleichbehandlung, wenn öffentliche Träger Gesamtschulen nur mit mindestens fünf parallelen Lerngruppen einrichten dürfen, kirchliche und private Schulen aber auch mit weniger Zügen genehmigt werden", so Korter. Sie forderte die Landesregierung auf, unverzüglich auch für öffentliche Schulträger die hohen Hürden für Gesamtschulneugründungen abzusenken.
Kultusministerin Heister-Neumann hatte heute angekündigt, das Gymnasium Twistringen aus öffentlicher in katholische Trägerschaft überführen zu können. Ebenso werde im Kreis Aurich geplant, öffentliche Haupt- und Realschulen in eine evangelische Gesamtschule umzuwandeln.