Atompolitische Inzucht:GRÜNE kritisieren Vergabe von Gorleben-Sicherheitsanalyse an Ex-Atommanager
Mit Bezug auf Presseberichte über die Auftragsvergabe für ein Konzept zur Erstellung einer Sicherheitsanalyse für Gorleben an den Ex-Vattenfall-Manager Bruno Thomauske hat Stefan Wenzel die Bundesregierung scharf kritisiert. „Bundesumweltminister Röttgen sorgt für Filz in Reinkultur!“
Mit Bezug auf aktuelle Presseberichte über die Auftragsvergabe für ein Konzept zur Erstellung einer Sicherheitsanalyse für Gorleben an den Ex-Vattenfall-Manager Bruno
Thomauske hat der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel die Bundesregierung scharf kritisiert. Die berichtete Vergabe sei ein "Skandal", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag (heute) in Hannover. "Schmutziger hätte man sich solch ein Geschäft kaum ausdenken können. Bundesumweltminister Röttgen sorgt für Filz in Reinkultur!"
Thomauske war früher Abteilungsleiter beim Bundesamt für Strahlenschutz und wechselte dann in die Atomindustrie. Nach dem Desaster im Atomkraftwerk Krümmel musste er bei Vattenfall seinen Hut nehmen und nimmt seit 2008 eine "Stiftungsprofessur" des Stromversorgers RWE an der Universität in Aachen wahr.
"Soviel atompolitische Inzucht ist töricht", sagte Wenzel. Mit einem Atomlobbyisten als Sicherheitschef verabschiede sich die Bundesregierung von jedwedem seriösen Anspruch auf die wissenschaftliche Analyse der Risiken der Endlagerung. Wenn Röttgen nichts Besseres einfalle als diese Personalie, müsse die Not im Bundesumweltministerium sehr groß sein. Das Gerede von Transparenz bei der Endlagersuche verkomme zu einer üblen Farce, sagte der Grünen-Politiker.