Pressemeldung Nr. 3513 vom

GRÜNE kritisieren verharmlosende Äußerungen der Justizministerin zur Gewalt in der Erziehung - Ein Klaps ist kein Klacks

Mit Befremden haben die Landtagsgrünen auf Äußerungen der Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann zur Gewalt in der Erziehung reagiert. Die Ministerin wird in der Elbe-Jeetzel-Zeitung von heute (Do...

Mit Befremden haben die Landtagsgrünen auf Äußerungen der Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann zur Gewalt in der Erziehung reagiert. Die Ministerin wird in der Elbe-Jeetzel-Zeitung von heute (Donnerstag) mit den Worten zitiert: "Ein Klaps wird uns nicht umbringen." Auch sie habe als Kind mal "ordentlich eins auf den Hintern bekommen" – und so "einen Klaps würde ich nicht als Gewalt bezeichnen."
"Im Kindesalter erlebte und miterlebte Gewalt, insbesondere im familiären Bereich, ist nach gesicherten kriminologischen Erkenntnissen verhaltensprägend für das ganze spätere Leben. Zudem besteht häufig ein Zusammenhang zwischen erlebter Gewalt und späterer Jugend- und Erwachsenenkriminalität", erklärte die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Ina Korter. Allein die Tatsache, dass Eltern, die ihre Kinder schwer misshandelt haben, immer wieder mit ähnlichen Äußerungen ihre Taten rechtfertigen, sollte eine Justizministerin davon abhalten, diesen auch nur den Anschein von Verständnis zu geben.
Von einer Justizministerin müsse erwartet werden, dass sie offensiv für das seit dem 1.1.2001 gesetzlich verankerte Recht jedes Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung (BGB § 1631 Abs. 2) eintritt. Mit dieser rechtlichen Regelung wollte der Gesetzgeber einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft anregen. "Mit ihren verharmlosenden Äußerungen konterkariert die Justizministerin diese Absicht", sagte Korter. Offenbar fehle der Ministerin jegliches Empfinden dafür, wie erniedrigend Schläge auf Kinder wirken.

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