GRÜNE kritisieren Versicherungsfilz - Hat Landvolk eigene Bauern bei Brandschutz über den Tisch gezogen?
Die Landtagsgrünen haben die jetzt bekannt gewordene Vereinbarung zwischen dem Oldenburger Landvolkverband und der Oldenburgischen Landesbrandkasse kritisiert. Offensichtlich hat das Landvolk erheblic...
Die Landtagsgrünen haben die jetzt bekannt gewordene Vereinbarung zwischen dem Oldenburger Landvolkverband und der Oldenburgischen Landesbrandkasse kritisiert. Offensichtlich hat das Landvolk erheblich finanziell von überteuerten Brandschutzversicherungen profitiert, die die Landwirte auf Vermittlung des Verbandes abgeschlossen haben.
“Wer seine Verbandskasse zum Schaden der eigenen Mitglieder bereichert, ist wenig glaubwürdig, wenn er an anderer Stelle die Existenznöte der Landwirtschaft beklagt und lauthals umfassende Finanzhilfen einfordert“, sagte der agrarpolitische Sprecher Hans-Jürgen Klein am Dienstag (heute) in Hannover.
Da auch das Land Kapitalanteile der betroffenen Versicherungsgesellschaft hält, haben die Grünen jetzt eine Kleine Anfrage eingebracht. Sie wollen wissen, wie die Landesregierung diesen Vorgang beurteilt und welcher Schaden den Landwirten entstanden ist.
„Vielleicht ist der bekannt gewordene Fall nur die Spitze des Eisberges“, vermutet Klein. Deshalb verlangt er auch Auskunft über möglicherweise ähnliche Praktiken in Niedersachsen.
Gerade auch die Verflechtungen von Verbandsvertretern mit der Futtermittelindustrie, dem Agrarhandel und anderen industriell geprägten Bereichen der Landwirtschaft gehörten „ins Blickfeld des Interesses“.
Klein: „Nicht immer entsprechen die Interessen dieser agrarindustriellen Sektoren auch der Interessenslage des einzelnen Landwirtes. Es könnte daher nicht schaden, auch mal das Sponsorentum in diesen Bereichen unter die Lupe zu nehmen.“