GRÜNE: Landesregierung will zur EXPO-Krise nichts sehen, nichts hören, nichts sagen!
Konsequenzen gefordert:Polizei reduzieren, ÜSTRA-Einsatz optimieren,ICE-Zuschlag abschaffen....
Die Landtagsgrünen werfen der Landesregierung "mangelndes Problembewusstsein im Zusammenhang mit dem schleppenden EXPO-Verlauf" vor. Nichteinmischung sei keine adäquate Reaktion auf die niedrigen Besucherzahlen und das konfuse Management der EXPO GmbH, sagte der hannoversche Abgeordnete Enno Hagenah am (heutigen) Dienstag in Hannover. Ministerpräsident Gabriel sei als Mitveranstalter gefordert, den Überblick, insbesondere über die finanzielle Entwicklung der Weltausstellung, zu behalten. "Mit jedem Tag, an dem die Durchschnittsbesucherzahl nicht erreicht wird, steigt das Schuldenkonto des Landes Niedersachsen. Da kann nicht Abwarten und Tee trinken als Devise ausgegeben werden", sagte Hagenah.
Angesichts von Presseberichten, nach denen die EXPO GmbH in den vergangenen Tagen geschönte Besucherbilanzen ausgegeben haben soll, forderte der Grünen-Politiker den Ministerpräsidenten auf, für "Wahrheit und Klarheit" zu sorgen. Gefälschte Statistiken wären das Allerletzte, was die Weltausstellung braucht. Solche Methoden würden die Negativberichterstattung und damit die Antiwerbung geradezu herausfordern.
Hagenah schlägt vor, "flexible Konsequenzen" aus den Erfahrungen der ersten EXPO-Tage zu ziehen: So sollte das Polizeiaufgebot umgehend mindestens halbiert werden und der Leerlauf im ÜSTRA-Großeinsatz durch einen am Bedarf orientierten Takt angepasst werden. Der Grüne: "Volle Polizeitransporter und leere Straßenbahnen verursachen Kosten und vermiesen die Atmosphäre."
Auch sei es "höchste Eisenbahn", den ICE-Zuschlag für Hannover-Reisende auszusetzen. Die Bahn habe mit der verkehrslenkenden Wirkung argumentiert. Hagenah: "Zynisch könnte man sagen, das Konzept ist aufgegangen, denn die Züge sind leer. Warum werden dann weiter die Hannoveraner und ihre Nicht-Expo-Gäste damit bestraft?"