GRÜNE Landtagsfraktion auf Tour in Bramsche und Rieste/ Kindergärten erste Säule im Bildungssystem
NOZ/Osnabrücker Land 16.03.2005 Bramsche/Rieste (be)...
NOZ/Osnabrücker Land 16.03.2005 Bramsche/Rieste (be)
Die Podiumsdiskussion der Grünen zum Thema demografischer Wandel hat eines gezeigt: Es lohnt sich, sich einen Monat lang mit dem Thema zu beschäftigen, wie die Bramscher Nachrichten dies mit der großen Serie tun, die heute auf Seite 18 fortgesetzt wird.
Dass die Grünen am Montagabend direkt zu Beginn unserer Reihe eine Podiumsdiskussion zum Thema veranstalteten, ist allerdings Zufall: Der Ortsverein nutzte die Tatsache, dass Landtagsfraktion auf ihrer Frühjahrstour Station in Bramsche und Rieste machte. Meta Janssen-Kucz, Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, Dr. Hans-Albert Lennartz diskutierten mit ihrer Bramscher Kollegin Filiz Polat und der Ortsvorsitzenden Annette Specht über Folgen von Geburtenrückgang und alternder Bevölkerung.
"Es gibt noch Großeltern, aber weniger Enkelkinder", beschrieb Specht die Entwicklung, bei der es Gewinner- und Verliererregionen geben werde. Dieser Entwicklung könne niemand ausweichen.
"Wir müssen die erste Säule des Bildungssystems stärken", lautete für Jannssen-Kucz die erste zentrale Forderung. Damit die Zahl der Kinder wieder wächst, seien Bildungs- und Erziehungsangebote auch für die ersten drei Lebensjahre erforderlich. Der Ausbau von Kindergärten zu "Kompetenzzentren für Bildung und Erziehung" und ein Bildungsjahr vor der Einschulung sind weitere Forderungen. Dazu sei eine Hochschulausbildung der Erzieherinnen notwendig.
Bildung bleibt auch im weiteren Leben der Schlüssel zum Erfolg, prophezeite Heinen-Kljajic. Bei den steigenden Ansprüchen auf dem Arbeitsmarkt werde Weiterbildung zu einem entscheidenden Faktor. Es werde selbstverständlich werden, die Hochschule für die Weiterbildung immer wieder zu nutzen.
Da die Einnahmen auf Sicht bestenfalls gleich bleiben, müssten große Summen umgeschichtet werden, um diese Ziele zu erreichen. Dr. Hans-Albert Lennartz verschwieg nicht, dass es in der Politik bei der Durchsetzung langfristiger Notwendigkeiten ein besonderes Problem gebe, weil der Blick meist nur auf den nächsten Wahltermin gerichtet ist. Insgesamt sei der demografische Wandel schon eine Veränderung mit "heiklen Komponenten". Lennartz warnte aber davor, "das Thema zu dramatisieren". Es biete auch Chancen, etwa beim öffentlichen Personen-Nahverkehr und bei der altersgerechten Ausgestaltung von Innenstädten, ergänzte Filiz Polat.
Ein Teil der Landtagsabgeordneten war gestern zu Besuch am Alfsee, wo Anton Harms das Konzept des Campingplatzes erläuterte. Fraktionsvorsitzender Stefan Wenzel zeigte sich davon ebenso beeindruckt wie von der "in dieser Kombination noch nicht gesehenen, ganz optimalen" Verbindung von Haustierschutz, touristischem und therapeutischem Angebot bei der "Arche Alfsee". Dieser "ganzheitliche Ansatz" sei "absolut förderungswürdig", zeigte sich der Agrarökonom ebenso begeistert wie Polat und Heinen-Kljajic.