Grüne Landtagsfraktion besichtigt Projekt zur Sanierung der Klosterteiche in Walkenried - "Bedeutend für Naturschutz und regionale Entwicklung"
Beeindruckt zeigten sich die Abgeordneten der niedersächsischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen nach einem Gespräch über die Sanierung der Klosterteiche in Walkenried. Förster Johannes Thie...
Beeindruckt zeigten sich die Abgeordneten der niedersächsischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen nach einem Gespräch über die Sanierung der Klosterteiche in Walkenried. Förster Johannes Thierry von der Stelle für Waldökologie am Forstamt Clausthal stellte das Projekt zusammen mit Ruth Monecke vom Sportfischerverband Walkenried e.V. vor und erläuterte auch die Geschichte der Klosterteiche. Von der Landtagsfraktion nahmen Gabriele Heinen-Kljajic (Braunschweig), Sprecherin der Fraktion für Kultur und Wissenschaft, und der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel (Göttingen) teil.
Wenzel: "Die Klosterteiche haben einen großen naturschutzfachlichen Wert, weil hier 106 Planzenarten von der roten Liste vorkommen und 14 verschiedene FFH Lebensraumtypen zu verzeichnen sind." Die Teichanlage mit 13 Teichen und ca. 30 ha Wasserfläche habe aber auch großen kulturhistorischen Wert, weil sie aufs engste mit der Geschichte des Klosters Walkenried verknüpft sei. Im Rahmen der Sanierung der Klosterteiche wurden unter anderem die Dämme saniert, die Teiche teilentschlammt und einige Wanderwege neu angelegt. "Hier wird Naturschutz ganz praktisch erlebbar, sagte Wenzel.
In einem zweiten Gespräch stellte Ursula Schäfer, Umweltreferentin der Naturfreunde Niedersachsen aktuelle Pläne zum Gipsabbau am Röseberg vor. Mittlerweile ist eine schon früher genehmigte Abbaufläche vom Ort aus sichtbar. Mit dem dem von der Fa. BPB beantragten Gipsabau am Oberhang des östlichen Röseberges würde eine riesige Wunde in den Berg geschlagen, die eine einzigartige Gipskarstlandschaft zerstöre und eine hässliche Wunde im Landschaftsbild hinterlasse, so Wenzel. Er forderte einen Verzicht auf weiteren Gipsabbau am Röseberg. "Die Zukunft liegt in der Nutzung so genannter REA-Gipse", sagte Wenzel. Damit könnten Arbeitsplätze auf Dauer gesichert werden und die in Mitteleuropa einzigartige Gipskarstlandschaft könnte erhalten bleiben. Die wichtigsten Konkurrenten von BPB hätten diese Entwicklung bereits erkannt.
Aus der Sicht des Naturschutzes wäre es ein Jammer, wenn der Gipsabbau am Röseberg weitergehen würde, sagte Wenzel. Aber auch kulturhistorisch sei ein Abbau nicht zu verantworten. Schließlich stelle ein Kupferstich den Caspar Merian im Jahr 1654 gefertigt hat, den Blick vom Röseberg auf das Kloster dar. "Die vielfältige Gipskarstlandschaft, die Natur rund um die Klosterteiche, das historische Kloster und die Kreuzgangkonzerte bilden ein interessantes Ensemble für die touristische Entwicklung der Region", sagte Wenzel. Hier liege auch eine dauerhafte Perspektive für Arbeitsplätze, die der der Naturgipsabbau nicht bieten könne.
Als Anlage ein Bild von der Besichtigung