Ex-Mitarbeiter des Umweltministeriums bestätigt Gefahr der Gasbildung in der Asse:GRÜNE: Minister hat gesetzwidrige Verbringung der kontaminierten Laugen vertuscht
In der heutigen (Donnerstag) Befragung im PUA zur Asse hat der ehemalige Mitarbeiter des Niedersächsischen Umweltministeriums Dr. Horst Besenecker bestätigt, dass als Folge der Atommülllagerung Gasbildungen zu befürchten sind, wenn die dort abgelegten Fässer in der Asse verbleiben würden.
In der heutigen (Donnerstag) Befragung im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Asse hat der ehemalige Mitarbeiter des Niedersächsischen Umweltministeriums Dr. Horst Besenecker bestätigt, dass als Folge der Atommülllagerung Gasbildungen zu befürchten sind, wenn die dort abgelegten Fässer in der Asse verbleiben würden. Nach Information der Grünen würden Austrittsraten von bis zu 1 Million Kubikmeter befürchtet. Als Ursache für die Gasbildung kämen Korrosions- und Radiolyseprozesse in Frage, sagte die stellvertretende Grünen-Obfrau Gabriele Heinen-Kljajic. Die Grünen-Politikerin sieht in der möglichen Gasbildung „ein zusätzliches Argument für die Rückholung“ des Mülls. Diese Erkenntnisse müssten auch diejenigen aufschrecken, die immer noch die Flutung des Bergwerks durch die Hintertür der Notfallplanung für denkbar halten. Erneut zeige sich, wie problematisch die vom alten Betreiber bis 2008 geplante "Nasslagerung" von Atommüll sei. Die Grünen-Politikerin wies darauf hin, dass Gasbildungsprozesse bislang bei der Diskussion möglicher Folgen des Wassereinbruchs in der Asse keine große Rolle gespielt hätten. In den Behörden seien die Risiken offenbar bekannt; die möglichen Folgen solcherart chemischer Reaktionen der Abfallstoffe unter Wasser- und Strahleneinfluss seien jedoch bislang nicht öffentlich gemacht worden. Nach Ansicht von Heinen-Kljajic habe die heutige Zeugenbefragung auch ergeben, dass der in den letzten sieben Jahren für die Asse-Aufsicht zuständige niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander an der Vertuschung der illegalen Beseitigung von kontaminierten Laugen beteiligt war. Der Zeuge Besenecker habe bestätigt, dass alle entscheidenden Betriebspläne für die Asse immer mit Zustimmung von Minister Sander genehmigt wurden. Darunter fällt auch die seit 2005 erfolgte Einleitung von kontaminierten Laugen in den Tiefenaufschluss des Bergwerks, für die keine Genehmigung vorlag. Dieses Vorgehen sollte mit einem Anfang 2008 genehmigten Sonderbetriebsplan nachträglich legalisiert werden. Dazu erklärte Besenecker, dass es absolut unüblich sei, nachträglich Genehmigungen für den Umgang mit radioaktiv kontaminierten Laugen zu erteilen.