GRÜNE: Ministerpräsident legt Schulstrukturreform zu den Akten
Das einzige worauf sich die Schulen beim Ministerpräsidenten verlassen könnten, sei die Unzuverlässigkeit seiner Ankündigungen, sagte die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Brigitte Litfin...
Das einzige worauf sich die Schulen beim Ministerpräsidenten verlassen könnten, sei die Unzuverlässigkeit seiner Ankündigungen, sagte die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Brigitte Litfin am (heutigen) Freitag in Hannover. Sie kritisierte die erneute Ankündigung einer Bildungsoffensive der Landesregierung als "Scheinvorstoß". Alle zuvor großgeschriebenen Änderungsvorschläge zur Schulstrukturreform seien mit dem jüngsten Gabriel-Papier zu den Akten gelegt. Das gelte gleichermaßen für die Sekundarschule wie für die generelle Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur.
Die Zukunft der Orientierungsstufe bleibe nebulös. Der Ministerpräsident könne sich auch gleich für die sechsjährige Grundschule aussprechen, wenn nach seinen Vorstellungen Lehrkräfte der Grundschule die Kinder auch in der 5. und 6. Klasse begleiten sollen, sagte die Grünen-Politikerin. So jedoch bliebe völlig unklar, wie das Gabriel-Modell praktisch umgesetzt werden soll.
Das von der Landesregierung hochgelobte Programm "n-21-Schulen online" bezeichnete Litfin als "Fehlinvestition", solange die Frage der Systemadministration nicht geklärt sei. "Viele Schulen verfügen inzwischen über eine gute PC-Ausstattung, die aber von niemandem angeschlossen, eingesetzt und gewartet werden kann."
Nach der heutigen Verkündigung der "neuen alten" schulpolitischen Vorstellungen des Ministerpräsidenten sieht die Grünen-Politikerin die Bildungspolitik der Landesregierung gut mit einer leicht abgewandelten niedersächsischen Volksweisheit beschrieben: "Wenn der Sigmar kräht auf dem Mist, ändert sich die Schule oder sie bleibt wie sie ist."