Pressemeldung Nr. 99 vom

Flugzeugabsturz, Hochwasser, Problem Primärkreislauf, Notstromversorgung, mangelnde Sicherheitskultur:GRÜNE nennen fünf dringende Gründe für die endgültige Stilllegung des AKW Unterweser:

Im Zusammenhang mit der weiterhin ungeklärten Rechtslage für die vorübergehende Abschaltung des Atomkraftwerks Unterweser hat der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel seine Forderung nach dauerhafter Abschaltung der Atomanlage erneuert.

Im Zusammenhang mit der weiterhin ungeklärten Rechtslage für die vorübergehende Abschaltung des Atomkraftwerks  Unterweser hat der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel seine Forderung nach dauerhafter Abschaltung der Atomanlage erneuert. Die jetzt von der Landesregierung verkündete Unterbrechung sei nicht ausreichend, sagte der Grünen-Politiker am Freitag (heute) in Hannover und nannte fünf "dringende Gründe" für die sofortige und dauerhafte Stilllegung.

So würde schon der Absturz eines kleineren Verkehrsflugzeuges zu einem unbeherrschbaren Unfall mit katastrophalen Folgen führen. Der zweite Grund sei die Deichsicherheit, die bei der gegebenen Deichhöhe keinen ausreichenden Schutz vor Hochwasser biete. Äußerst bedenklich seien zudem mögliche Probleme im Primärkreislauf, die das Risiko für Störfälle erhöhen würden, und die sogenannten Auslegungsschwächen, die insbesondere die Notstromversorgung im Notfall drastisch erschweren würden.

"Der fünfte Grund ist die mangelnde Sicherheitskultur, die der Betreiber der Anlage in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt hat", sagte Wenzel. Als Beispiele nannte er Bedienungs- und Kontrollfehler, Befunde an Schweißnähten in neuen Zwischenkühlern und falsche Armatureneinstellungen im Notkühlsystem.

"Das alles sind Fakten, die einen Kernschmelzunfall wahrscheinlicher machen. Wenn Bundes- und Landesregierung vor diesem Hintergrund weiter behaupten, dass drei Monate reichen, um die genannten Probleme hinlänglich zu analysieren und zu lösen, müssen sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass ihre vorübergehende Abschaltung lediglich ein, den aktuellen Landtagswahlkämpfen geschuldetes Ablenkungsmanöver ist", sagte der Grünen-Politiker.

Wenzel kündigte eine weitere Erörterung im Rahmen einer Unterrichtung im Umweltausschuss des Landtages an.

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