GRÜNE: Neue Berufsschulverordnung bringt allgemeine Verunsicherung für Niedersachsen Ausbildung in Flächenlandkreisen gefährdet
Die Landtagsgrünen haben der Kultusministerin vorgeworfen, mit ihrer neuen Verordnung zur Arbeit berufsbildender Schulen (BBS-VO) eine ?allgemeine Verunsicherung? in Niedersachsen herauf zu beschwören...
Die Landtagsgrünen haben der Kultusministerin vorgeworfen, mit ihrer neuen Verordnung zur Arbeit berufsbildender Schulen (BBS-VO) eine „allgemeine Verunsicherung“ in Niedersachsen herauf zu beschwören.
Nach einem Fachgespräch mit Vertretern mehrerer berufsbildender Schulen sagte die bildungspolitische Sprecherin Brigitte Litfin am (heutigen) Mittwoch in Hannover, dass insbesondere die sogenannten Bündelberufsschulen, die die Fläche versorgen, nach wie vor den Wegfall von Ausbildungsplätzen befürchten. Kleinen Klassen werden nach der neuen Verordnung keine Unterrichtsstunden mehr zugewiesen. Litfin kritisierte die BBS-VO als regionalfeindlich. Es gäbe nun einmal Berufe, in denen nicht mehr als fünf oder sechs Ausbildungsplätze in der Region angeboten würden. Auch sei es in den Flächenbezirken oft unmöglich, die benötigten Stunden durch Bildung von sehr großen Klassen in anderen Ausbildungsberufen zu „erwirtschaften“, da auch hier oft sehr viel weniger als 30 Schüler gemeldet sind.
Die Verordnung wurde Anfang Juni trotz starker Bedenken des Landeselternrates, des Landesschülerrates, der Lehrerverbände und der Landtagsopposition in Kraft gesetzt.
Litfin: „Ministerin Jürgens-Pieper koppelt die betreffenden Schulen mit dieser Maßnahme vom Bildungszug ab.“ Dass jetzt erklärt werde, die Schulen könnten weiterhin kleine Klassen bilden und das ihnen zugewiesene Budget überschreiten, sei ein sehr windiges Versprechen. Niemand habe bisher sagen können, wie es weitergehen soll, wenn das Stundenbudget mitten im Schuljahr ausgeschöpft ist. Die sogenannte „Feinsteuerung“, die dann durch die Schulbehörden einsetzen soll, könne doch nur dann funktionieren, wenn es zusätzliche Lehrerstunden gibt. „Für diesen Zweck stehen aber keine Mittel im Kultushaushalt bereit“, sagte die Grünen-Politikerin.
Litfins Gesprächsgäste beklagten, dass die mit der neuen BBV-VO verfolgte politische Absicht nicht zu erkennen sei. So wären die Berufsbildner ja gern bereit, einen neuen Weg mitzugehen. Sie müssten nur wissen, wohin.
Verabredet wurde ein „Meldesystem“ mit gegenseitigem Informationsaustausch, um so vom Parlament aus rechtzeitig eingreifen zu können, bevor Auszubildende nicht mehr beschult werden.