Statement:Grüne: Nicht die Freiheit der Betroffenen darf kleiner werden, sondern der Spielraum der Täter

Die Dunkelfeldstudie ergänzt die Polizeiliche Kriminalstatistik um Erfahrungen, die sonst häufig unsichtbar bleiben. Darin liegt ihr großer Mehrwert. Sie zeigt, wo Menschen Angst haben und sich deshalb einschränken, und liefert damit konkrete Ansatzpunkte für Prävention und Polizeiarbeit.

Fast 17.000 Menschen in Niedersachsen haben an der Befragung zu Sicherheit und Kriminalität teilgenommen. Zu den Ergebnissen der Studie sagt Michael Lühmann, innenpolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag:

Das anhaltend hohe Vertrauen in die Polizei ist eine gute Nachricht und Zeichen einer hohen Anerkennung für die tägliche Arbeit der Polizeikräfte in Niedersachsen. Gleichzeitig zeigt die Studie, wo wir genauer hinschauen müssen. Frauen, queere Menschen und Menschen mit Migrationsgeschichte fürchten sich häufiger als andere Personen vor Kriminalität, meiden Orte oder ändern ihr Verhalten. Niemand sollte überlegen müssen, ob sie*er nachts noch den Bus nimmt, einen bestimmten Weg meidet oder lieber zu Hause bleibt. Die Verrohung, die wir gerade auch im digitalen Raum erleben, bleibt nicht dort, sie erzeugt reale Ängste und schränkt Freiheit und Teilhabe ein.

Auch deshalb müssen Polizei und Prävention den digitalen Raum fest im Blick haben. Bedrohungen, Hass, Betrug oder sexualisierte Gewalt im Netz wirken sich bis in den Alltag der Menschen aus. Die Antwort darauf kann nicht sein, Betroffenen noch mehr Verhaltenstipps zu geben. Nicht ihre Freiheit darf kleiner werden, sondern der Spielraum der Täter.

Besonders erschütternd sind eben die Befunde der Studie zu sexualisierter Gewalt. Frauen und queere Menschen sind je nach Delikt vier- bis siebenmal häufiger betroffen als Männer. Das ist ein massives Problem und zeigt, wie wichtig der Kampf gegen sexualisierte Gewalt ist, gegen sogenanntes Catcalling ebenso wie gegen bildbasierte sexualisierte Gewalt. Mit ,Nur Ja heißt Ja‘ wollen wir die sexuelle Selbstbestimmung weiter stärken. Auch die elektronische Fußfessel ist ein wichtiger Baustein, um Betroffene besser vor Gewalt zu schützen.

Die Dunkelfeldstudie ergänzt die Polizeiliche Kriminalstatistik um Erfahrungen, die sonst häufig unsichtbar bleiben. Darin liegt ihr großer Mehrwert. Sie zeigt, wo Menschen Angst haben und sich deshalb einschränken, und liefert damit konkrete Ansatzpunkte für Prävention und Polizeiarbeit.

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