Pressemeldung Nr. 279 vom

Mehr Qualität – mehr Bildungsgerechtigkeit – mehr Entlastung für Eltern! :GRÜNE präsentieren Konzept für Ganztagsschulen

Die Landtagsgrünen haben am Mittwoch (heute) in Hannover ein Konzept vorgestellt, mit dem innerhalb der nächsten zehn Jahre alle Schulen in Niedersachsen zu „Ganztagsschulen mit Qualität“ ausgebaut werden sollen.

Die Landtagsgrünen haben am Mittwoch (heute) in Hannover ein Konzept vorgestellt, mit dem innerhalb der nächsten zehn Jahre alle Schulen in Niedersachsen zu "Ganztagsschulen mit Qualität" ausgebaut werden sollen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Miriam Staudte und die schulpolitische Sprecherin Ina Korter warfen der Landesregierung "mangelnde Reformbereitschaft" vor. Das "Ganztagsschul-light"-Konzept von CDU und FDP sei gescheitert.

PK Ganztagsschulen

"Wenn wir mehr Bildungsgerechtigkeit, mehr Qualität und verlässliche Strukturen für die Eltern wollen, dann muss es mehr gebundene Ganztagsschulen mit einer garantierten Kernzeit geben", sagte Korter. "Die Ganztagsschule muss den Kindern und Jugendlichen auch Freiräume lassen und nicht ihren ganzen Nachmittag verplanen", ergänzte Staudte. Es solle Zeit bleiben für selbstbestimmte Aktivitäten und für Engagement in Vereinen, Initiativen und Verbänden der Jugendarbeit.

Das Konzept der Grünen sieht eine Kernzeit von 08.00 bis 15.00 Uhr vor, in der die Teilnahme verbindlich sei. Damit bekomme die Schule einen zeitlichen Rahmen für die Gestaltung eines pädagogisch sinnvollen Rhythmus, der Raum für neue Lernformen bietet. Im Anschluss an die verbindliche Kernzeit und in den Ferien soll ein freiwilliges pädagogisches Angebot unterbreitet werden. Korter: "Der besondere Charme dieses Konzeptes besteht darin, dass Eltern sich darauf verlassen können, dass die Hausaufgaben in der Regel erledigt sind und über die Kernzeit hinaus qualitativ hochwertige Betreuungsangebote quasi gebucht werden können."

Entscheidend für die Qualität der Arbeit sei eine solide Finanzierung, sagte Korter. Die Ganztagsschulen sollten deshalb wieder einen verbindlichen Personalkostenzuschlag erhalten. Auch das freiwillige Zusatzangebot solle, so wie bisher auch die Horte, vom Land mitfinanziert werden. "Kinder brauchen verlässliche und qualifizierte Bezugspersonen", sagte Staudte. Auf der Basis von Honorarverträgen und Minijobs sei ein Ganztagsangebot mit Qualität nicht möglich.

"Zu einer Ganztagsschule gehört auch eine gute Mittagsverpflegung", erklärte Staudte. "Das Mittagessen muss gesund sein und auch den Wünschen der Schüler gerecht werden." Das Land solle sich deshalb mit den Schulträgern auf Mindeststandards für die Mittagsverpflegung verständigen.

Der Ausbau aller Schulen zu Ganztagsschulen solle innerhalb von 10 Jahren abgeschlossen werden, sagte Staudte. Beim Ausbau aller Schulen kalkulierten die Grünen dann mit jährlich zusätzlichen Kosten in Höhe von ca. 350 Millionen Euro. "Dafür braucht das Land zusätzliche Einnahmen von Seiten des Bundes, die zum Beispiel durch eine Reform des Ehegattensplittings und der Erbschaftssteuer aufgebracht werden können", sagte die Grünen-Politikerin. Auf Dauer würden sich die Ganztagsangebote volkswirtschaftlich aber auch selbst tragen, denn sie ermöglichten mehr Eltern eine Berufstätigkeit und führten damit auch dem Staat erhebliche Steuermehreinnahmen zu. "In Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels wird ein gutes Ganztagsangebot auch volkswirtschaftlich immer wichtiger", sagte Staudte.

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