Pressemeldung Nr. 255 vom

GRÜNE protestieren mit "Fressnapf" aus JVA Hannover gegen unhaltbare Zustände in Transportabteilung

Den Appetit verdorben haben die Landtagsgrünen am (heutigen) Montag dem niedersächsischen Justizminister mit einer Aktion vor seiner Behörde in Hannover. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thom...

Den Appetit verdorben haben die Landtagsgrünen am (heutigen) Montag dem niedersächsischen Justizminister mit einer Aktion vor seiner Behörde in Hannover. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Schröder überreichte Vertretern des Ministeriums eine verschrammte Plastikschale, die ihm ein Gefangener der Justizvollzugsanstalt in Hannover zugeschickt hatte.
In solchen unhygienischen „Fressnäpfen“ wird den Insassen der Transportabteilung der JVA heute noch das Essen ausgegeben. Auch über andere Mängel, wie zum Beispiel die unzureichende Reinigung von Decken und Matratzen, gibt es Klagen.
Der Grünen-Politiker forderte nicht nur, dass auch Gefangenen menschenwürdiges Essgeschirr zur Verfügung gestellt wird. Vielmehr sollte mit der Rückgabe dieses „besonderen Stücks Knast-Inventar“ an den Eigentümer insgesamt auf die „unhaltbaren Zustände“ in der Transportabteilung hingewiesen werden.
Diese Abteilung der JVA Hannover ist jährlich für ca. 10.000 Menschen Zwischenstation auf dem Transport in verschiedene Haftanstalten; darunter eine große Zahl von Jugendlichen – durchschnittlich 20 täglich - die in der sogenannten „Jugendstation“ sich selbst überlassen bleiben.
Nirgendwo sonst kommt es so oft zu Schlägereien, sexuellen Übergriffen, Vandalismus oder Hakenkreuzschmierereien wie in der Jugendstation, sagte Schröder: „Gerade hier besteht besonderer Handlungsbedarf. Die Jugendlichen brauchen zumindest einen Ansprechpartner sowie ein paar Angebote zur Beschäftigung.“
Der Grünen-Politiker forderte Justizminister Weber auf, die Jugendstation der Transportabteilung nach Hameln zu verlegen, da dort zumindest eine dieser Altersgruppe gemäßere Betreuung erfolgen kann.
kn

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