Pressemeldung Nr. 755 vom

GRÜNE rügen Gabriels Foulspiel bei Übertragungsrechten - Staatsvertrag und Polizeigebühren leere Drohung

Die Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Rebecca Harms hat Ministerpräsident Sigmar Gabriel vorgeworfen, im Zusammenhang mit seinen Äußerungen zum Streit über die Fußballübertragungsrechte "wiederh...

Die Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Rebecca Harms hat Ministerpräsident Sigmar Gabriel vorgeworfen, im Zusammenhang mit seinen Äußerungen zum Streit über die Fußballübertragungsrechte "wiederholt taktisches Foulspiel" zu begehen.
Mit seiner Drohung, den Rundfunkstaatsvertrag neu verhandeln zu lassen, wenn die "Tagesschau" nicht früher über die Bundesligaspiele berichten darf, täusche Gabriel der Öffentlichkeit einfache Lösungen für den Konflikt vor.
In Wirklichkeit sei auch ihm völlig klar, dass dem privatwirtschaftlich organisierten Profifußball und seinen Vermarktungsinteressen nicht mit Ländergesetzen beizukommen ist, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag (heute) in Hannover.
Auch die Ankündigung, "unbotmäßigen" Vereinen künftig keine Finanzierungen aus Steuermitteln zukommen zu lassen oder ihnen die Kosten für die allwochenendlichen Polizeieinsätze zu berechnen, sei faul, sagte Harms. "Womit soll in Abgrenzung dazu dann in Zukunft die kostenfreie Aufrechterhaltung der sogenannten öffentlichen Ordnung bei Rockkonzerten, Schützenfesten, Weltausstellungen oder Atommülltransporten begründet werden?"
Gabriels Ziel sei billiger Applaus. Verantwortungsbewusstsein, auch im berechtigten Interesse der Fußballfans, ließe der Ministerpräsident jedoch vermissen. Harms: "Jetzt wären konstruktive Vorschläge für die Verhandlungsführung der öffentlich-rechtlichen Medien gefragt. Die hat Gabriel nicht zu bieten." Stattdessen sei ein weiteres Mal eindrucksvoll bewiesen worden, dass der Ministerpräsident allzu gern draufhaut, bevor er nachdenkt.
Harms: "Auf dem grünen Rasen landen solche Torschüsse unterm Tribünendach und in der Politik gehen sie meistens auch in die Hose."

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