Pressemeldung Nr. 65 vom

Unterschriftensammlung für kleinere Klassen unterstützt:GRÜNE: Schulzeitverkürzung erfordert pädagogischen Umbau des Gymnasiums

Die Probleme mit der verkürzten Schulzeit bis zum Abitur können nicht bewältigt werden, indem man einfach ein paar Schulstunden streicht. Notwendig ist ein pädagogischer Umbau der Gymnasien.

"Die Probleme mit der verkürzten Schulzeit bis zum Abitur können nicht bewältigt werden, indem man einfach ein paar Schulstunden streicht. Notwendig ist ein pädagogischer Umbau der Gymnasien", kritisierte die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter den Vorstoß der niedersächsischen Landesregierung in der heute tagenden Kultusministerkonferenz.

"Die Gymnasien müssen zu echten Ganztagsschulen ausgebaut werden", forderte Korter. Dafür müsse das Land ein Investitionsprogramm auflegen und den Schulen ein ausreichendes Personalbudget zur Verfügung stellen.

Schule dürfe nicht nur Stress sein. Phasen der Anspannung und der Entspannung, Unterricht und kulturelle, musische und sportliche Angebote müssten sich pädagogisch sinnvoll abwechseln. Als Sofortmaßnahme forderte Korter, die 45-Minuten-Stunden durch ein Doppelstundenkonzept zu ersetzen. "Es ist pädagogisch völliger Unfug, wenn die Kinder bis zu acht verschiedene Fächer pro Schultag absolvieren müssen". Eine echte Ganztagsschule biete die Möglichkeit, beim übenden Lernen und auch bei der selbstständigen Erarbeitung von Themen zu unterstützen. Dafür könne auf Hausaufgaben weitgehend verzichtet werden. "Spätestens ab 16 Uhr müssen die Schülerinnen und Schüler wirklich frei haben", sagte Korter.

An die Stelle der Stoffhuberei in der Schule müsse mehr exemplarisches Lernen treten. "Angesichts der schnellen Vermehrung des Wissens ist es schon lange illusionär, eine Vollständigkeit anzustreben", sagte die Grüne. Stattdessen müssten die Schülerinnen und Schüler effektive Lernstrategien erwerben. Auch die Anforderungen an das Zentralabitur müssten dringend entsprechend überarbeitet werden.

Unterstützung sagte die Grünen-Politikerin der Unterschriftensammlung für kleinere Klassen zu. "Es ist eine eklatante Ungleichbehandlung, dass die jetzigen 9. Klassen, die als Erste das Abitur nach 12 Jahren ablegen müssen, in der Einführungshase der gymnasialen Oberstufe mit 32 Jugendlichen in einer Klasse sitzen müssen, während für den jetzigen 10. Jahrgang die Klassenobergrenze im nächsten Jahr nur 26 betragen soll." Korter forderte, generell die Vergrößerung der Schulklassen, die die schwarzgelbe Regierung vor vier Jahren beschlossen hatte, unverzüglich zurückzunehmen.

Die Grünen-Politikerin setzt sich dafür ein, mehr individuelle Flexibilität bei der Schulzeit bis zum Abitur einzuräumen. "Schülerinnen und Schüler lernen unterschiedlich schnell. Es ist deshalb wenig sinnvoll, für alle einheitlich eine Schulzeit von 12 Jahren bis zu Abitur vorzuschreiben." Auch in der Sekundarstufe sollten die Schulen deshalb in einzelne Stufen mit altersgemischten Lerngruppen gegliedert werden, die in individuell unterschiedlicher Zeit durchlaufen werden könnten.

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