Pressemeldung Nr. 275 vom

Steigende Fallzahlen alarmierend:GRÜNE sehen dringenden Handlungsbedarf zum Schutz von Frauen vor Zwangsheirat

Die Landtagsgrünen haben der Landesregierung vorgeworfen, der Zunahme von Gewalt im Zusammenhang mit Zwangsheiraten nicht entschieden genug entgegenzutreten.

Die Landtagsgrünen haben der Landesregierung vorgeworfen, der Zunahme von Gewalt im Zusammenhang mit Zwangsheiraten nicht entschieden genug entgegenzutreten.

"Angesichts der veröffentlichten steigenden Fallzahlen des Niedersächsischen Krisentelefons gegen Zwangsheirat wird deutlich, dass die Hilfsangebote in Niedersachsen konsequent ausgebaut werden müssen", so die frauenpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Elke Twesten.

Das Niedersächsische Krisentelefon gegen Zwangsheirat berichtet von ca. 300 Fällen seit seiner Einrichtung im Februar 2007: Hilferufe von Mädchen und Frauen, die von einer Zwangsheirat oder Gewalt im Namen der so genannten Ehre bedroht oder betroffen sind. Allein in diesem Jahr haben sich bereits 110 Frauen und Mädchen an die Einrichtung gewandt, weil sie sich in einer Notlage befinden, bundesweit sind die Fallzahlen im Jahre 2008 der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes zufolge gegenüber 2007 um 15% angestiegen.

"Angesichts dieser Entwicklungen macht es keinen Sinn, in einen Wettbewerb der Empörung einzutreten. Den Opfern muss geholfen werden - und zwar wirksam und schnell", so Twesten.

Mitunter sei die sofortige Flucht aus der Familie der lebensrettende Ausweg. Hierbei sei die Arbeit des Niedersächsischen Krisentelefons Gegen Zwangsheirat von herausragender Bedeutung, so Twesten. "Vor allem geht es jedoch darum, den betroffenen Mädchen und Frauen einen sicheren Schutzplatz in einer Kriseninterventionseinrichtung in Niedersachsen anbieten zu können. Hier drückt sich die Landesregierung seit Monaten um eine eindeutige Regelung." Eine Verlängerung der finanziellen Förderung des niedersächsischen Schutzplatzes in der Kriseneinrichtung Papatya in Berlin sei über den 31.12.2009 hinaus seitens des Sozialministeriums nicht vorgesehen, und die Entscheidung über einen bei der anonymen Krisenunterkunft ADA (türkisches Synonym für "Insel") in Hannover einzurichtenden Platz stehe immer noch aus. "Es ist ein Armutszeugnis, welchen Stellenwert das Thema Zwangsheirat in Niedersachsen bei der Landesregierung einnimmt", so die Grünen-Politikerin.

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