Umgehende Beantwortung eines Fragenkatalogs durch die Landesregierung gefordert:Grüne sehen weiterhin dringenden Aufklärungsbedarf zur Sicherheit niedersächsischer AKW
Wenn das Umweltministerium weiterhin behaupte, ein Störfall wie im schwedischen Atomkraftwerk könne hier nicht passieren, wolle es damit von den wesentlichen und sehr beunruhigenden Fragen ablenken, so Andreas Meihsies
Nach der heutigen Sitzung des Umweltausschusses sehen die Landtagsgrünen weiterhin dringenden Aufklärungsbedarf zur Sicherheit der niedersächsischen Atomkraftwerke in einem Notstromfall. Wenn das Umweltministerium weiterhin behaupte, ein Störfall wie im schwedischen Atomkraftwerk könne hier nicht passieren, wolle es damit von den wesentlichen und sehr beunruhigenden Fragen ablenken, so Andreas Meihsies, atompolitischer Sprecher.
"Die Regierungsfraktionen haben den Umweltminister, der der Sitzung ferngeblieben war und Entwarnung gegeben hatte, bevor konkrete Informationen vorlagen, auch noch ausdrücklich gelobt. Das lässt ein geringes Interesse an der Beantwortung dieser Fragen befürchten", so Meihsies.
Der Vorfall in Forsmark habe deutlich gemacht, dass auch ein westliches Atomkraftwerk auf hohem technischem Niveau an den Rand der Beherrschbarkeit und damit einer Kernschmelze geraten könne. Gerade weil der Reaktor in Forsmark kein "ukrainischer Schrottreaktor" sei, müsse man das Sicherheitsrisiko umso gravierender bewerten.
"Das zentrale Sicherheitsrisiko ist der Ausfall der Notstromversorgung", so Meihsies. Für die Landtagsgrünen blieben weiterhin zahlreiche Fragen ungeklärt, deren umgehende Beantwortung von der Landesregierung gefordert wird. So wollen die Grünen wissen, was das Umweltministerium unternommen hat, um unabhängig von den Betreibern aufgrund der schwedischen Erkenntnisse die niedersächsischen Atomkraftwerke zu überprüfen.