GRÜNE: Stallbauboom in Südoldenburg bremsen - Landesregierung machtlos gegen fleischproduzierende Agrarindustrie?
Auf scharfe Kritik der Grünen-Landtagsfraktion stoßen die Planungen für weitere Stallgroßbauprojekte der Agrarindustrie in Südoldenburg. Die jetzt schon ökologisch und gesundheitlich bedenkliche Situa...
Auf scharfe Kritik der Grünen-Landtagsfraktion stoßen die Planungen für weitere Stallgroßbauprojekte der Agrarindustrie in Südoldenburg. Die jetzt schon ökologisch und gesundheitlich bedenkliche Situation im Massentierhaltungsgebiet werde dadurch weiter verschärft, sagte der agrarpolitische Sprecher Hans-Jürgen Klein am Freitag in Hannover. Der Grünen-Politiker forderte einen Baustopp für weitere Mastanlagen.
Zwar habe Landwirtschaftsminister Bartels bereits Anfang letzten Jahres Um-
steuerungsmaßnahmen und vor kurzem das Herauskaufen von Mastplätzen zur Stilllegung angekündigt, die Agrarindustrie zeige sich davon aber gänzlich unbeeindruckt.
Klein verweist auf aktuelle Projekte im Landkreis Vechta, wo Schweinehaltungsanlagen mit 1776 (Visbek-Siedenbögen), 2056 (Goldenstedt-Einen) und sogar 5200 (Dinklage-Bahlen) Mastplätzen und Hähnchenmastanlagen mit 93.000 und 96.000 Plätzen geplant sind.
"Das sind Größenordnungen, die weit über das bisher bekannte Maß hinaus gehen und deshalb den Seuchendruck erhöhen und die weitere Zerstörung bäuerlicher Produktionsstrukturen zur Folge haben werden," sagte der Grünen-Politiker.
In einer parlamentarischen Anfrage will er wissen, wie die Landesregierung diese Entwicklung beurteilt und wie sie dagegen vorgehen will.
Die Grünen erwarten hier von der Landesregierung ein entschlosseneres Vorgehen. Klein: "Wenn die Landesregierung weiterhin so unzureichend und zögerlich reagiert, wie beim Auftrag für die laufenden Gesundheitsstudien, bleibt auch der vom Landwirtschaftsminister geplante Herauskauf von Mastplätzen wirkungslos und verschwendet nur Steuergelder."