Pressemeldung Nr. 84 vom

GRÜNE: Statt Handyverbot an Schulen Qualifizierungsoffensive für kritische Medienpädagogik

In der Diskussion um ein Handyverbot auf Schulhöfen werfen die Landtagsgrünen dem Kultusminister Doppelzüngigkeit vor. Er beklage einerseits lauthals den zunehmenden Konsum von Gewaltvideos und menschenverachtenden Filmen bei Jugendlichen und kürze andererseits die medienpädagogische Arbeit vor Ort.

In der aktuellen Diskussion um ein Handyverbot auf Schulhöfen werfen die Landtagsgrünen dem niedersächsischen Kultusminister Busemann Doppelzüngigkeit vor.

"Herr Busemann beklagt einerseits lauthals den zunehmenden Konsum von Gewaltvideos und menschenverachtenden Filmen bei Jugendlichen und legt andererseits die Axt an die medienpädagogische Arbeit vor Ort", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ina Korter am Freitag in Hannover. Schließlich werde die medienpädagogische Arbeit in den landesweit 67 Medienzentren und Kreisbildstellen durch einen neuen Erlass des Kultusministers massiv zusammengestrichen.

Mit der vorgesehenen Neuregelung der Freistellung von Lehrkräften für die Arbeit in den Medienzentren werde es zu Kürzungen um zum Teil mehr als die Hälfte der Pädagogenstunden kommen, so Korter. Mit dieser "Hungerkur" seien die Anforderungen Busemanns an die Medienerziehung nicht zu bewerkstelligen.

Die Grünen-Politikerin hat Kultusminister Busemann in einem Schreiben aufgefordert, die medienpädagogische Arbeit im bisherigen Umfang aufrechtzuerhalten und vor dem Hintergrund der immer wieder berichteten Gewaltaktionen an Schulen und der erforschten Zusammenhänge mit wahllosem Medienkonsum eine landesweite Qualifizierungsoffensive für kritische Medienerziehung auf den Weg zu bringen.

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