Pressemeldung Nr. 2054 vom

Grüne stellen Programm zur Förderung benachteiligter Kinder in Kita und Schule vor - Niedersachsen Schlusslicht bei Lesekompetenz, aber Landesregierung bleibt untätig

Die Landtagsgrünen schlagen ein Programm zur Förderung benachteiligter Schüler in Nie-dersachsen vor. Die gezielte Förderung soll danach bereits im Kindergarten beginnen. Zu diesem Zweck sollen die Ki...

Die Landtagsgrünen schlagen ein Programm zur Förderung benachteiligter Schüler in Nie-dersachsen vor. Die gezielte Förderung soll danach bereits im Kindergarten beginnen. Zu diesem Zweck sollen die Kitas zu qualifizierten Bildungseinrichtungen weiter entwickelt und das letzte Kita-Jahr vor der Einschulung als "Bildungsjahr für Kinder" gestaltet werden. Dieses Jahr soll als Vorbereitung auf den Übergang zur Schule gestaltet werden, sagte die schulpolitische Sprecherin Brigitte Litfin am Mittwoch (heute) in Hannover.
Laut PISA-Studie ist der Anteil der Schüler, die nicht einmal die unterste Stufe der Lesekompetenz erreichen, in Niedersachsen mit 12 % doppelt so hoch wie im OECD-Durchschnitt und vier mal so hoch wie zum Beispiel in Schweden, Kanada und Finnland. "Unter den westdeutschen Flächenländern ist Niedersachsen das absolute Schlusslicht, aber die Landesre-gierung bleibt weiter untätig", kritisierte die Grünen-Politikerin. Ihre Forderungen werden mit einem Entschließungsantrag in die Landtagssitzung der nächsten Woche eingebracht.
Litfin kritisierte, dass die SPD-Mehrheit im Landtag im September einen Antrag für die Wei-terentwicklung der Kitas abgelehnt habe. "Die SPD hat die große Bedeutung der Kitas für die Entwicklung der Kinder noch immer nicht erkannt."
Nach den Vorstellungen der Grünen soll die individuelle Förderung der Kinder vor allem in den ersten sechs Schuljahren verstärkt werden. "Hier werden die Grundlagen für den gesamten weiteren Bildungsweg gelegt", sagte Litfin. Länder wie Finnland seien bei PISA vor allem deshalb so viel erfolgreicher gewesen als Deutschland, weil dort Kinder mit Schwierigkeiten nicht ausgesondert, sondern durch Teams von SonderpädagogInnen und anderen Fachkräften individuell unterstützt würden. Die Grünen wollen deshalb das Konzept der sonderpädagogischen Grundversorgung in Niedersachsen flächendeckend umsetzen. An allen Grundschulen sollten für die Förderung benachteiligter Kinder SonderpädagogInnen und bei Bedarf auch andere Fachkräfte eingesetzt werden.
Eine besondere Herausforderung stelle die Integration der Kinder von Zuwanderern dar. Die Sprachförderung müsse mindestens ein ganzes Jahr vor der Einschulung beginnen. Auch die Eltern müssten mehr unterstützt und beraten werden. Die Grünen fordern unter anderem eine landesweite Unterstützung von Deutschkursen für ausländische Eltern.

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