Wankas Pläne keine Alternative zu gebührenfreiem Studium:GRÜNE: Studiengebühren werden zur Wettbewerbsfalle für Niedersachsens Hochschulen
Die Landtagsgrünen sehen in den Plänen der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Wanka zur Einführung nachgelagerter Studiengebühren keine Alternative zum gebührenfreien Studium.
Die Landtagsgrünen sehen in den Plänen der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Wanka zur Einführung nachgelagerter Studiengebühren keine Alternative zum gebührenfreien Studium. "So erfreulich es ist, dass selbst die Ministerin inzwischen offenbar einsieht, dass Studiengebühren out sind, die Umstellung der Zahlungsmodalitäten wird das Problem nicht lösen. Nur die Abschaffung des Bezahlstudiums macht Niedersachsens Hochschulen im Länderwettbewerb um Studierende wieder attraktiv", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriele Heinen-Kljajic heute (Donnerstag) in Hannover.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werde die Anzahl der Hochschulzugangsberechtigten in ganz Deutschland sinken. "Wenn die doppelten Abiturjahrgänge die Hochschulen verlassen haben, heißt es entweder, Studienplätze in großem Stil abbauen oder neue Zielgruppen anwerben. Spätestens dann werden Studiengebühren zur Wettbewerbsfalle, die vermutlich die Existenz ganzer Studiengänge bedrohen wird", sagte die Grünen-Politikerin.
Vor diesem Hintergrund distanziert sich Heinen-Kljajic ausdrücklich von Äußerungen des Präsidenten der Leibniz Universität (Hannover), der für Einnahmen durch Studiengebühren den Verlust von 10 Prozent der Studierenden in Kauf nehmen würde. Bereits bei einem landesweiten Rückgang um 10 Prozent der Studierenden, schätzt die Hochschulpolitikerin der Grünen, stünden viele Studiengänge zur Disposition. Außerdem müsse der Einnahmeverlust selbstverständlich durch Landesmittel kompensiert werden.
Heinen-Kljajic forderte Wissenschaftsministerin Wanka auf, der offenkundig eingetretenen Einsicht jetzt endlich Taten folgen zu lassen. "Das kann nur heißen, die Studiengebühren müssen abgeschafft werden. Niedersachsen ist heute schon der Studierendenexportmeister und die Quote der Studienanfänger liegt unter dem Bundesschnitt."