GRÜNE: Untersuchung über Atemwegserkrankungen in Massentierhaltungsregion finanzieren
"Sozialministerin erschwert Aufklärungüber Gesundheitsrisiken" - Die Landtagsgrünen haben Sozialministerin Trauernicht vorgeworfen, die Aufklärung über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Masse...
Die Landtagsgrünen haben Sozialministerin Trauernicht vorgeworfen, die Aufklärung über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Massentierhaltung zu erschweren. Der landwirtschaftspolitische Sprecher Hans-Jürgen Klein kritisierte die ablehnende Haltung der Ministerin gegenüber einer Studie zu den Zusammenhängen von Stallemissionen im Intensivtierhaltungsgebiet und Erkrankungen der Nasennebenhöhlen.
Bereits vor zwei Jahren hatten das Evangelische Krankenhaus Oldenburg, das Informatikinstitut OFFIS und das Forschungs- und Studienzentrum Vechta beim Ministerium einen Antrag auf 600.000 DM für diese Untersuchung gestellt. Die Zusage steht weiter aus. Schon vor der Sommerpause hatte Trauernicht im Landtag auf eine Anfrage der Grünen erklärt, dass die geplante Studie "mit Blick auf das beabsichtigte Ziel nicht weiter hilft."
Im Vergleich zum niedersächsischen Durchschnitt gibt es im Kreis Vechta einen fünf mal höheren Anteil stationärer Behandlungen chronischer Nasennebenhöhlen-Erkrankungen. Im Kreis Cloppenburg liegt die Zahl drei bis vier mal über dem Durchschnitt.
"Die Ergebnisse der geplanten Studie wären eine hervorragende Ergänzung zu weiteren Untersuchungen des Landesgesundheitsamtes", sagte Grünen-Politiker Klein am Dienstag (heute) in Hannover. Erstmalig würden darin nämlich auch Fragen der Gesundheitsökonomie untersucht. Die Antwort auf die spannende Frage: "Welche Gesundheitskosten entstehen der Gesellschaft durch die Produktion von Billighühnern?" sei den Verantwortlichen anscheinend so unangenehm, dass sie erst gar nicht gestellt werden solle.
Klein: "Die Ablehnung durch das Ministerium ist ignorant und fahrlässig".
Mb